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Aussprüche
Für den Sammler von Aussprüchen gilt, was Georg Büchmanns Nachfolger Walter Robert-tornow über das Geflügelte Wort gesagt hat: „Es ist ein in weiteren Kreisen des Vaterlandes dauernd angeführter Ausspruch, Ausdruck oder Name, gleichviel welcher Sprache, dessen historischer Urheber oder dessen literarischer Ursprung nachweisbar ist."
| Wir verstehen also unter Aussprüchen die Geflügelten Worte und die Aphorismen, aber auch Redensarten der Umgangssprache, Kalendersprüche und Stilblüten unfreiwilligen Humors — immer sofern ihre Herkunft bekannt ist.
Sprichwörter gehören daher nicht hierher, sondern in ein eigenes Kapitel, während Aussprüche jeder Art von berühmten Männern hier Beachtung verdienen, selbst wenn sie nicht zu den Ehren eines Geflügelten Wortes gelangt sind. Unter den Verfassern von Aphorismen finden sich übrigens die bedeutendsten Dichter und Denker. |
Die erste Sammlung von Zitaten gab Büchmann 1864 in Berlin als „Citatenschatz des deutschen Volkes" heraus, und ihm ist ebenfalls mit der getreuen Übersetzung einer Stelle bei Homer (epea pteroenta) der Ausdruck „Geflügeltes Wort" zu danken. In weit über hundert Jahren hat „der Büchmann" — bereits selbst zu einem Geflügelten Wort geworden — zahlreiche erreicht. Trotzdem wird es den Sammler locken, Aussprüche nach seinen eigenen Ideen zu einer Art „persönlichem Büchmann" zusammenstellen.
Quelle:
Franz Hadamowsky: Kleines Lexikon des Sammelns
Residenz Verlag, Salzburg 1965