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Das Sammelgebiet Perlen und Perlenarbeiten
In der Regel werden von Menschen hergestellte Perlen aus Glas, Stein, Achat und Karneol, Knochen, Metall, Bernstein, Koralle, Federn und Samen, usw. gesammelt. Meerwasserperlen, die in Muscheln entstanden sind, spielen als Sammelobjekte keine Rolle.
Definition Perlen: Perlen sind geformte oder natürliche Objekte, die eine mittige Durchbohrung aufweisen. Liegt die Durchbohrung außerhalb des Zentrums, so wird die Perle zum "Anhänger", = "Pendant".
Perlen treten einzeln auf, als Teil oder Verzierung eines Gegenstandes (z.B. Schmuckstückes) oder auf einen Faden aufgereiht als Kette.
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Der Begriff Perle leitet sich vom italienischen Perla ab, der Ursprung ist vermutlich vulgärlateinisch. Die deutsche Sprache unterscheidet nicht zwischen Muschelperlen und sonstigen Perlen. Im Englischen steht das Wort "Pearl" für Muschelperle und "Bead" für alle anderen Perlen. Das Wort bead hat seinen Ursprung von beten, die Perlen des Rosenkranzes waren hierfür wortbestimmend.
Der Mensch schmückt sich bereits seit 35.000 Jahren mit Perlen. Die ersten Beispiele aus Naturmaterialien sind z. B. Muscheln, Knochen, Tierzähne und Samen. Ab ca. 14.000 v. Chr. wurde auch Gestein bearbeitet. Ab der Mitte des 2. Jahrtausend v. Chr. begann die Produktion von Glasperlen. |
Die Zentren der Glasproduktion in Europa waren Murano (ab ca. 15. Jahrhundert), später auch Gablonz (nach dem 2, Weltkrieg flüchteten die Glasarbeiter nach Neu-Gablonz bei Kaufbeuren), die Niederlande und Deutschland. Für den Welthandel waren besonders Perlen aus Murano, Gablonz, Holland und Deutschland zu erwähnen. In Deutschland ist Lauscha mit einer kleinen aber interessanten Palette von hohlen, verspiegelten und teilweise mit Wachs gefüllten Perlen für den Sammler zu erwähnen. Im Bayrischen Wald gab es einige Glashütten, die Perlen herstellten. Zum Beispiel ringförmige Perlen. In Hessen stellte die Hessenglashütte unter anderem auch Glasperlen her.
| Von Europa aus gingen die Glasperlen zu Handelsposten in der ganzen Welt. Musterkarten der Perlenhersteller gaben Missionaren und Händlern darüber Auskunft, welche Perlensorte man für ein bestimmtes Tauschgut benötigte (z.B. für Palmöl, Gold, Elfenbein oder Sklaven, s. Dumont Verlag "Alle Perlen dieser Welt") Manche Perlensorten durften nur von bestimmten Stammesangehörigen getragen werden und manche Stämme wollten keine Perlen, die nicht ihre Lieblingsfarben hatten. Die richtigen oder falschen Perlen im Gepäck einer Expedition konnten über Erfolg oder Mißerfolg entscheiden. Die Perlen, die hier Bedeutung hatten, nennt man daher auch "Handelsperlen". Englischer Begriff "Trade Beads" oder "Trading Beads". In Westafrika waren außerdem große Achatperlen aus Idar Oberstein sehr beliebt.
Mitte des 18. Jahrhunderts wurden in Murano wöchentlich etwa 20 Tonnen Glasperlen produziert und hauptsächlich nach Afrika verschickt. Von diesen enormen Mengen profitieren alle Sammler heute. Das Sammeln von Perlen, besonders Glasperlen ist eine lohnenswerte Sache. Die Objekte sind gemessen an ihrem Alter erschwinglich. Sie haben eine interessante Geschichte und interessante Namen, die es lohnt, herauszufinden. Sie sind meist klein, handlich, tragbar und dekorativ. |
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Perlen waren seit der Frühgeschichte auch immer Zahlungsmittel. Ebenso wie Kaurimuschel und andere Geldformen hatten Perlen einen bestimmten Wert. Oft waren sie Bestandteil des Brautpreises. Für die Sammler des Gebietes Primitivgeld sind Perlen aus diesem Grund wichtige Sammelobjekte. Wegen ihrer Bedeutung als eine Form des Geldes sind sie auch im Geldmuseum der Bundesbank in Frankfurt zu bestaunen.
Eine Auswahl beliebter Sammlerperlen (sehr subjektiv und unvollständig):
Aus Murano:
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Aus Lauscha
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Aus Afrika
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Antike Perlen, die wesentlich seltener, teurer und schwerer zu erhalten sind
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Schöne Perlenarbeiten gibt es in der auch in der europäischen Volkskunst. Aus Zaire kommen plastische figürliche Perlenarbeiten. Kunstvolle Arbeiten gibt es auch bei den Yoruba (Nigeria). Außerdem sind die Perlenstickereien und Perlenwebereien der nordamerikanischen Indianervölker sehr beachtenswert.
Das Standardwerk für den Perlensammler ist das Buch "A History of Beads" von Louis Sher Dubin im Verlag Thames and Hudson. Die deutsche Ausgabe "Alle Perlen dieser Welt" ist im Du Mont Verlag erschienen. Zur Zeit mal wieder vergriffen.
Es gibt eine Reihe weiterer interessanter Bücher für den Perlenliebhaber. Einige sind allerdings nur auf englisch erhältlich.
| Zu erwähnen sind hier:
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Anmerkung der Verfasserin:
Ich interessiere mich seit 1988 für Perlen, in der Hauptsache für Glasperlen aus dem Afrikahandel. Alle Informationen habe ich aus den obengenannten Büchern und dem Buch Perlen, Archäologie, Techniken, Analysen. Internat. Perlensymposium Mannheim 1994.und aus Gesprächen mit anderen Sammlern. Ich sammle selbst Perlen, handle aber nicht mit Perlen und die obengenannten Ausführungen erheben nicht den Anspruch, fehlerfrei und vollständig zu sein. Besonders im Hinblick auf Perlennamen gibt es viele verschiedene Meinungen.
R.U.