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Fächer
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Fächer

Das praktische Damenrequisit


Dame mit Fächer in Theaterloge "Eine Dame ohne Fächer gleicht einem Herrn ohne Degen"

Dies war lange Zeit ein geflügeltes Wort an den europäischen Höfen.

Der Fächer, eindeutig ein "Nutzinstrument", wurde von der Damenwelt der damaligen Zeit auch gern als Requisit zum Kokettieren und Flirten verstanden.

In einer Zeit, in der man die Worte in der Liebe noch nicht so direkt wählen durfte, wurde der Fächer zum Kommunikationsmedium. Man fächerte sich förmlich durch eine raffinierte Fächersprache an den Galan seines Herzens heran.

Was die Damenwelt des 17. Jahrhunderts so kokett zu betätigen wußte, wurde im frühen Mittelalter etwas weniger zärtlich angewandt. Damals nannte man eine bestimmte Art von Fächer "Flabellum" und benutzte sie in der Kirche zum Verscheuchen von Fliegen, die sich auf der Hostie festzusetzen drohten.

Fächer

Fächer haben eine lange Geschichte. Aus Ägypten weiß man, daß Federfächer als Grabbeigaben dienten. Der berühmte ägyptische Pharao Tut-ench-amun fand schon vor 3500 Jahren seine letzte Ruhe neben einem Fächer. Auch von indischen und chinesischen Malereien sind Fächer bekannt. Die Römerin benutzte bemalte Holzfächer, und bereits vor ihr fächelten sich die Frauen in Griechenland Kühlung mit allerdings nicht besonders kunstvoll gearbeiteten Fächern zu.

Lange vor Europa kannte man die nützlichen Wedelgeräte bereits in Japan, von wo aus sie ihren Weg nach China nahmen, um dann später mit Porzellan, Gewürzen und anderen fernöstlichen Waren nach Europa im Zuge eines Handelsaustausches zu kommen.

Ursprünglich waren die Fächer mit Pergament bespannt, gelegentlich auch mit feinem Tuch und feinen Spitzen. Um das 17. Jahrhundert dominierte dann die Seide, und es setzte sich immer mehr eine Bemalung durch.

Fächer Besonders kunstvoll fielen die Luftkühler in der Rokokozeit aus. Allegorien, Chinamotive und Schäferszenen dominierten bei der Bemalung. Perlmutt, Schildpatt, Elfenbein und Horn fanden sich in den Verzierungen, und bei den Bespannungen kam nur ausgewählte Seide zur Verarbeitung.

Die Biedermeierzeit, sonst nicht gerade auf karge Ausstattung bedacht, brachte eigenartigerweise die Fächer aus der Mode. Erst in der Jugendstilzeit feierten Sie eine Renaissance. Jetzt dominierten Blumenmuster, aber auch kunstvolle Bemalungen.

Bei den sogenannten "Bilderfächern" ist jedes Blatt einzeln mit einem kunstvollen Gemälde verziert. Berühmt sind diese Bilderfächer mit Malarbeiten der Münchner Schule.

Ein besonderes Sammelgebiet sind "Autogrammfächer". Sie entstanden Ende des 19. Jahrhunderts. Sinn dieser Rarität war es, berühmte Persönlichkeiten auf dem Fächer signieren zu lassen.

Die meisten Fächer in Europa kommen aus südlichen Ländern. Besonders ist hier Spanien zu nenne, ein Land, in dem es noch heute eine große Fächerproduktion gibt, und in dem kunstvolle alte Fächer zu vernünftigen Preisen angeboten werden.

Fächer

Ein weiterer Schwerpunkt der Fächerproduktion ist Japan, Auch dort werden heute noch Fächer hergestellt. Die eigenwilligen fernöstlichen Motive machen Fächer aus Japan zur Zierde jeder Sammlung.

Aus "Trödel, Raritäten, Kuriositäten sammeln"
von Christine und Richard Kerler

(nur noch antiquarisch erhältlich)


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