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| Phillumenisten, »Freunde des Lichts«, nennt man die Sammler von Zündholzschachteln und -etiketten. Diese kleinen bunten Schildchen, die auf die Vorderseite von Streichholzschachteln geklebt sind, gab es schon mindestens ein Jahrzehnt vor der Erfindung der Briefmarke; das älteste erhaltene Beispiel stammt aus dem Jahre 1829 und befindet sich in der Pariser Nationalbibliothek.
Und fast ebenso lange hat es vermutlich schon einzelne Sammler gegeben, da sonst kaum noch der Fundus von Etiketten aus diesen ersten Jahrzehnten der Streichholzschachtelherstellung in heutigen Kollektionen anzutreffen wäre. Am phantasievollsten und farbigsten waren die Etiketten des 19. Jahrhunderts in Frankreich, Spanien, Italien und auch in Japan, während etwa in England, Schweden und Deutschland einfache Schriftzeilen und sparsamer graphischer Dekor überwogen. Emblem des Herstellers, Firmenname und -marke waren vorherrschend. In Deutschland änderte sich das im Jahre 1909, als ein Gesetz die Zündholzschachteln als Werbeträger zuließ. Seitdem gibt es die mannigfaltigen deutschen Zündholzetiketten, die für ganz andere Dinge als für ihren Inhalt Reklame machen, zum Beispiel für Kaffee, Tee, Schokolade, für Versicherungen, Ausstellungen und Sportwettkämpfe.
![]() Ein Sammler mag sich allein auf derartige Reklameetiketten konzentrieren, oder er kann sich entscheiden, ob er nur ganze Zündholzschachteln oder abgelöste Etiketten sammeln will. Die letztere Methode ist jedenfalls raumsparender, und man kann die Etiketten, ähnlich wie Briefmarken, vorsichtig mit kleinen Papierfalzen in Alben kleben. Auf keinen Fall sollte man sie mit der ganzen Fläche auf feste Unterlagen leimen. Zu einer beträchtlichen Stückzahl wird man sehr schnell kommen, vor allem, wenn Freunde und Bekannte wissen, dass man Zündholzetiketten sammelt. Schwieriger wird es dann, wenn man sich auf bestimmte Themen, Motivgruppen und womöglich gar auf seltene ältere Stücke kaprizieren will.
Auch Kataloge über verschiedene Spezialgebiete gibt es, und auch hierüber erteilt die Phillumenistische Gesellschaft Auskunft. Von den schätzungsweise mehr als einer Million Phillumenisten, die es auf der Welt gibt, sammeln zweifellos die meisten gewöhnliche Zündholzschachteln oder deren mannigfaltige Etiketten. Doch haben sich auch manche Sammler auf die größeren Etiketten der Pakete spezialisiert, in denen ihrerseits eine größere Anzahl der kleineren Schachteln verpackt gewesen sind.
Schon die Zweitälteste Zündholzschachtel des Apothekers Walker trug die Aufschrift, die sicherlich auch eine für ärmere Kunden gedachte Verkaufsempfehlung sein sollte: »As used in the household of His Majesty King William IV.« — »Wird im Haushalt seiner Majestät König Wilhelms IV. verwendet.«
Quelle |