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Sammlertypen

Nachdruck mit freundlicher Genehmigung des
Sammlermagazin *SmS* Sandesneben

 

Der All-Round-Sammler
Er sammelt alles und jedes. Es gibt nichts, was er nicht einheimst, einsteckt, eintauscht. Sieht er etwas Neues, fragt er sich gar nicht erst, ob es sammelwürdig ist - er nimmt es gleich mit. Man erkennt ihn an seinem Lieblingsmotto: “Was ich nicht brauche, braucht irgend jemand anderer!” Diese Lebensphilosophie wird allenfalls noch übertroffen von der These: “Das Lagern kostet nichts, und schlecht wird es auch nicht.” So hat dieser Sammler immer ein unerschöpfliches Reservoir an Dingen, von denen sich manch anderer gar nicht träumen ließe, dass es sie überhaupt gibt. Das Schlimmste, was ihm passieren kann, ist ein anderer Sammler, der etwas besitzt, was er selbst noch nicht entdeckt oder möglicherweise übersehen hat!
Der Altruist
Er ist der sozial eingestellte, der "für andere" Sammler: Alles, was er zu Gesicht oder in die Finger bekommt, wird zunächst einmal sichergestellt. Anschließend wird überprüft, ob es sich um ein sammelwürdiges Objekt handelt. Diese Frage wird grundsätzlich bejaht. Als nächstes wird überlegt, für wen sich die neue Errungenschaft anbieten könnte. Dabei gibt es genau zwei Möglichkeiten: Entweder der "Für andere" - Sammler kennt bereits einen Sammler für das Gefundene - oder er ist sich sicher, dass er irgendwann jemanden kennenlernen wird. Natürlich überlässt er seine Schätze den "Kollegen" kostenlos und ohne Verpflichtung - schließlich wäre das Verrechnen unterschiedlicher Sammelobjekte sehr aufwändig. Und eines schönen Tages wird er sicher von einem anderen Uneigennützigen etwas für die eigene Sammlung erhalten!
Der Einkäufer
Er ist der "Mit-viel-Geld-Sammler", boshaft könnte man ja sagen, der "Einkäufer". Ein Teil, das er in einem Buch, einer Zeitschrift oder im Internet gesehen hat, will er unbedingt haben, egal was es kostet. Er hat keine Geduld, dafür aber viel Geld. Er kauft immer alles, und zwar sofort, nach Möglichkeit auch komplette Serien. Da er sich aber nicht auf allen Gebeiten auskennen kann, weiß er mit den gehorteten Schätzen nichts Richtiges anfangen und hat wohl keine Freude damit.
Der Erbsenzähler und der Erbsenschmeißer
Ich hab's aufgegeben. Nö, nicht das Sammeln, Gottschalk bewahre. Ich hab's nun endgültig aufgegeben, zwischen Olaf und Lothar zu vermitteln. Beide Sammler, beide auf ihre Art nette Kerle. Nur eben extrem unterschiedliche Typen. Ein explosives Gemisch, das ich nicht länger entschärfen möchte. Olaf ist Erbsenzähler. Tauschgeschäfte erträgt er nur, wenn er jede Transaktion fein säuberlich in seinem Ringbuch notiert, die Werthöhen katalogisch abgleicht und das Tauschtreffen z.B. mit den Worten zusammenfasst: "Wir verbleiben also so, dass ich Dir noch 3 Ickse besorge wegen der beiden Ypsilons, dafür schuldest Du mir noch zwei Zets."

Lothar ist Erbsenschmeißer. Tauschgeschäfte erträgt er nur, wenn sie schnell, locker und unbürokratisch ablaufen, jeder einfach das rausrückt, was er entbehren kann. Hinterher will er nichts, aber auch gar nichts mehr davon im Kopf haben müssen. So sind die beiden eben, verschiedene Sammlertypen halt. Sollen die sich von mir aus an den Kopf werfen, was sie wollen, meinetwegen auch Erbsen. Ich misch mich da nicht mehr ein. Was für ein Sammlertyp ich bin? Wahrscheinlich ein Erbsenpuler.

Heinz-Roland Möhle

Der Händler
Ständig ist er auf der Suche nach günstigen Objekten, die in möglichst kurzer Zeit mit viel Gewinn wieder unter die Leute gebracht werden sollen. Meistens wird er allerdings etwas zu spät auf neue Sammelgebiete aufmerksam, so dass er es als Späteinsteiger etwas schwer hat, zum richtigen Preis zu kaufen. Wenn er dann ans Verkaufen geht, ist der Sammelhöhepunkt schon wieder überschritten. So hortet er weiter und harrt besserer Zeiten. In der Zwischenzeit stürzt er sich auf ein neues Feld, das ihm wieder mehr Hoffnung gibt.
Der Insider
Er weiß alles - oder gibt es wenigstens vor - aber er verrät es nicht. Neueinsteiger sind ihm suspekt, möglicherweise kommt da ein Konkurrent ins Spiel, der ihm eine Seltenheit wegschnappen könnte. Erst nach längerer Tuchfühlung gibt er einschlägige Informationen preis - schließlich müssen die anderen ja erfahren, was er für ein Kenner ist. Sollte man ihm etwas Neues vermitteln können, wird er dieses erst einmal verinnerlichen, um es später anderen zu präsentieren.
Der Kenner
Sein Fachwissen ist (fast) unschlagbar. Er kennt alle Zeitschriften und Kataloge, hat unendlich viele Sammler-Kontakte und ist stets auf dem neuesten Stand. Wichtiger als seine eigene Sammlung ist ihm, andere mit frischen Informationen auf dem Laufenden zu halten. Auch nach einem mehrstündigen Gespräch geht ihm der Stoff dafür nicht aus. Keine noch so kleine Abweichung von der Norm ist ihm fremd, sondern immer einen neuen Hinweis wert. dass andere möglicherweise etwas weniger Zeit aufwenden wollen, kommt ihm nicht in den Sinn.
Der Krämer
Er wühlt auch auf dem letzten Flohmarkt noch in der hintersten Kiste nach verborgenen Schätzen. Zeit spielt für ihn keine Rolle, stundenlanges Durchsuchen einer Ansammlung von Gegenständen machen sich für ihn bezahlt, wenn er ein Stück für wenige Pfennige findet, das ihn sonst eine Mark gekostet hätte. Familie kennt er nicht, selbst wenn er sie mit dabei hat. Zu Hause angekommen wird das Gefundene überprüft, behandelt, archiviert und der Sammlung einverleibt.
Der Snob
Er sammelt nicht - er lässt sammeln. Für den Aufbau einer eigenen Kollektion fehlt ihm die Zeit, nicht aber das Geld. So kann er sich glücklich schätzen, dass andere diese mühselige Aufgabe für ihn übernehmen. Natürlich weiß er dann nicht, was er besitzt, auch nicht, was es ihn gekostet hat, aber er darf sich zu den Sammlern rechnen. Er kann zwar nicht mitreden, tut es aber trotzdem: Im Zweifelsfalle kann er ja immer noch seine Ansammlung präsentieren!
Der Spezialist
Leute, die einfach “Briefmarken” oder “Telefonkarten” sammeln, sind ihm suspekt. Die Beschränkung auf ein Land sieht er noch nicht als Eingrenzung. Auch wer nur bestimmte Serien oder Erhaltungsarten sammelt, ist in seinen Augen noch ein Allerweltssammler, vergleichbar dem Krämer oder dem All-Round-Sammler. Für ihn kommt Spannung erst dann auf, wenn er zu seinen 25 Sammelobjekten, die für den Normalsterblichen alle identisch sind, noch ein 26. hinzufügen kann, bei dem ein Pünktchen Druckfarbe mehr oder eine andere, unter dem Elektronenmikroskop eindeutig feststellbare Abweichung vorhanden ist. Selbstverständlich ist er über alle vorkommenden und denkbaren Variationen stets auf dem Laufenden.
Der Tüftler
Er befindet sich häufig in seinem stillen Kämmerlein, um seine Sammlung zu sortieren und katalogisieren. Genauso gerne führt er aber auch sein Zusammengetragenes anderen Zeitgenossen vor und wundert sich dabei, dass diese nach nur wenigen Stunden und einigen kurzen Erläuterungen kein Interesse mehr an seinen Ausführungen haben. Schnell tröstet er sich aber darüber hinweg mit der Erkenntnis, dass nicht alle so sein können wie er, und er stürzt sich wieder auf die Unterscheidung seiner Sammelobjekte nach Mikrometern und Farbnuancen.

 

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