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Schlösser + Schlüssel
Kurzinformation
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Das Schloß, eine feste, aber lösliche Verbindung zwischen einem feststehenden und einem beweglichen Teil, besteht aus Gehäuse, Riegel, Zuhaltungen und Schlüssel. Je nach der Anbringung unterscheidet man aufgeschraubte Kastenschlösser, versenkte Einlaßschlösser, in die Schmalseite des beweglichen Teils eingelassene Einsteckschlösser und bügelartige Vorhängeschlösser.

Türschloss
Altes Türschloss
Nach der Technik der Zuhaltungen werden gewöhnliche Schlösser von den Sicherheitsschlössern, wie Chubb-, Bramah-, Zylinder- und Kombinationsschlösser, unterschieden. Das Chubbschloß enthält mehrere Platten als Zuhaltungen, die um den Dorn drehbar sind. Die Stufen des Schlüsselbartes heben diese einzeln an. Im Bramahschloß stehen die Zuhaltungsplatten speichenförmig um die Schloßachse. Sie besitzen Schlitze, die durch die verschieden tief gezähnte Krone des röhrenförmigen Schlüssels in eine Ebene verschoben werden, so daß sich eine Sperrscheibe durch die Schlitze drehen läßt.

Zylinderschlösser haben Stifte als Zuhaltungen, die einen im runden Gehäuse drehbaren Zylinder sperren. Der Flachschlüssel mit Einkerbungen hebt die Stifte. Kombinationsschlösser können als Zahlen- oder Buchstabenschlösser ausgebildet sein. Für Tresore werden oft Kombinationsschlösser verwendet, die mit Zeitschlössern verbunden sind, um das öffnen nur zu bestimmten Zeiten zu ermöglichen.

Die Geschichte der Schlösser ist so alt wie jene der Hochkulturen: Die ersten Schlösser, noch aus Holz, besaßen schon die Ägypter. Die Römer kannten bereits verschiedene Formen, u. a. auch Vorhängeschlösser. Das erste Sicherheitsschloß, ein Buchstabenschloß, wurde zu Anfang des 15. Jh. in Italien konstruiert. In dieser Zeit entwickelte sich die Kunst der Schlosser zu großartiger Blüte.

Truhen-, Kasten- und Türschlösser wurden nicht nur immer umfangreicher und komplizierter, sie erhielten auch reich verzierte Gehäuse, Platten und Schlüssel, wahre Meisterwerke der Eisenbearbeitung. Das Deutsche Schloß- und Beschlägemuseum in Velben/Rheinland zeigt die prachtvollsten Stücke. Die modernen Formen der Schlösser erfanden Bramah, Chubb und andere zu Ende des 18. bzw. im 19. Jh.

Schlüssel
Alte Schlüssel
Schlösser und Schlüssel sind ein großes, reizvolles Sammelgebiet. Dabei kann man sich auch auf Schlüssel allein beschränken. Alte Stücke zeigen an Ring, Raute und Gesenke sowie in der Gestalt der Barte den unglaublichsten Formenreichtum. Oft wuchsen Schlüssel zu gewaltigen Größen an, und manchmal findet man überraschend früh moderne Formen, wie Doppel- oder Kreuzschlüssel. Unter Doppelschlüssel sind nicht wie heute Schlüssel mit Doppelbart zu verstehen, sondern zwei drehbar, aber unlöslich miteinander verbundene Schlüssel. Sie waren z. B. unter Ludwig XIV. in Versailles in Gebrauch. Solchen Überraschungen und den Geheimnissen alter Schlösser auf die Spur zu kommen, ist die lockendste Seite dieses Sammelns.

Quelle:
Franz Hadamowsky: Kleines Lexikon des Sammelns
Residenz Verlag, Salzburg 1965


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