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Ein „grünes“ Hobby auf 4000 Quadratmetern - Klaus Keilhofer aus Waldstetten sammelt Bäume

Holz ist die Grundlage für viele Sammelgebiete – von Briefmarken und Bananenlabels über Bierdeckel und Bleistifte bis zu Bilderbüchern und Beichtzetteln. Eher ungewöhnlich ist jedoch, das Holz noch „lebend“ zu sammeln. Klaus Keilhofer hat sich dieser Leidenschaft verschrieben.

Autor: Gunnar von der Geest

Baum Sammler Klaus Keilhofer

Klaus Keilhofer sammelt Bäume

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Mehrere Hundert Bäume und Sträucher hegt er auf seinem rund 4000 Quadratmeter großen, hügeligen Flurstück in Waldstetten, etwa 50 Kilometer östlich von Stuttgart gelegen. Zum Bestand gehören auch etliche exotische Gewächse, die ursprünglich in anderen Regionen der Erde heimisch waren. Hierzu zählen unter anderem der Kalifornische Mammutbaum, die Schwarze Apfelbeere und die Kupfer-Felsenbirne aus Nordamerika sowie das Chinesische Rotholz aus dem „Reich der Mitte“. „Vor sechs Jahren habe ich angefangen, mich intensiv mit Bäumen zu beschäftigen“, erklärt der Entwicklungsingenieur. „Damals ahnte ich allerdings noch nicht, wie anspruchsvoll, zeitintensiv und teuer dieses Hobby sein würde.“

Doch Klaus Keilhofer verfügt inzwischen nicht nur über enormes Wissen rund um die Baumpflege – er ist auch sehr experimentierfreudig: „All überall auf den Tannenspitzen seh‘ ich gelbes Kreppband sitzen…“
So könnte der Baden-Württemberger den Anfang des bekannten Weihnachtsgedichtes umtexten, wenn er in diesen Tagen den Blick über sein Anwesen schweifen lässt. Eines der größten Probleme waren in der Vergangenheit enorme Schäden durch Wildverbiss an den sogenannten Terminaltrieben von Nadelbäumen. Diese besonders nährstoffreichen, jungen Zweige bestimmen die Wuchsrichtung und stehen vor allem bei Rehen auf der Speisekarte ganz weit oben. „Im Winter 2005/2006 waren 80 Prozent der Bäume verbissen“, erinnert sich der 41 Jahre alte Hobby-Botaniker.
Klaus Keilhofer studierte daraufhin eifrig die einschlägige Fachliteratur. Als Rezept gegen unliebsame Beißattacken fand er Hinweise auf etliche chemische Substanzen (Vergrämungsmittel), die einen unangenehmen Geruch verströmen und das Wild „verduften“ lassen. „Diese Chemikalien sind beim Einsatz auf kleineren Flächen relativ teuer und teilweise ökologisch nicht ganz unbedenklich“, berichtet der Vater von zwei Kindern. Keilhofer probierte das Bespritzen der Pflanzen mit verdünnter Buttermilch aus – ein Geheimtipp aus dem Buch „Die Jägerprüfung“. Der Erfolg war bemerkenswert, doch nur von kurzer Dauer; die Wirkung hielt genau bis zum nächsten kräftigen Regenschauer an.

Schließlich fand Klaus Keilhofer im Internet eine kurze Notiz über das „Umwickeln des Terminaltriebes mit Klebestreifen“.
Weitere Infos gab es jedoch nicht. „Ich habe diese Methode sofort an einigen Tannen mit 30 Millimeter breitem tesa Maler-Krepp getestet. Bereits nach wenigen Tagen stellte ich fest, dass es sich lohnt, alle Bäume damit zu schützen.“ Denn: Die Einladung zum Krepp-Essen lehnte das hungrige Rehwild dankend ab. „Das Abkleben der Bäume dauert jeweils nur ein bis zwei Minuten. Dabei wird der zu schützende Trieb einfach am äußersten Ende mit einem Stück Klebestreifen umwickelt.
Trotz Regen und Schnee bleiben die Kreppbänder wochenlang fest an den Bäumen haften“, freut sich der Mann aus der 7200 Einwohner großen Gemeinde. Mitte November ging Keilhofer auf Taping-Tour; kurz bevor die Bäume austreiben, entfernt er die gelblichen „Klebefähnchen“ wieder. Auch ohne Maler-Krepp an den Tannenspitzen weiß das Flurstück im östlichen Vorland der Schwäbischen Alp zu gefallen. Irgendwie malerisch…

Kalifornischer Mammutbaum

Baum Sammler Klaus Keilhofer

Klaus Keilhofer: Klaus Keilhofer (41) hat an der Hochschule Esslingen ein Elektronikstudium absolviert und arbeitet als Entwicklungsingenieur. Seine Freizeit verbringt er zumeist mit der Familie auf seinem bewaldeten Grundstück, das etwa 470 Meter über dem Meeresspiegel liegt.

Tanne mit Maler-Krepp: Im Gegensatz zu chemischen Vergrämungsmitteln, die bei niedrigen Temperaturen zähflüssig bzw. hart werden, lässt sich tesa Maler-Krepp jederzeit anbringen. Die Entwicklung des Pflanzentriebes wird durch den Klebestreifen nicht behindert.

Schwarze_Apfelbeere

Serbische_Fichte

Kornelkirsche.

Korea-Tanne

Chinesisches Rotholz

Weymouth Kiefer

Links

Webseite von Klaus Keilhofer: www.keilhofer.de.vu  

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