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Die Herstellung von Papier durch Verfilzung feiner Fasern war bereits den Chinesen bekannt: 105 n. Chr. hat Minister Ts'ai Lun das sogenannte „Schöpfen mit einer Form" erfunden. Seine geheimgehaltene Kunst lehrten im 8. Jahrhundert chinesische Kriegsgefangene in Samarkand die Araber, die auf ihren Eroberungszügen die Erfindung weitertrugen: um 1000 nach Nordafrika, 1144 nach Spanien, 1267 nach Süditalien. Die erste Papiermühle Europas dürfte in Fabriano, Italien, 1340 errichtet worden sein. In Deutschland erbaute Ulman Stromer 1389 bei Nürnberg die erste Papiermühle. 1407 folgte eine Mühle zu Ravensburg, 1411 eine bei Marly, Schweiz, 1420 jene von Liegnitz und Lübeck. |
| Den gewaltigen Aufschwung der Papierherstellung brachte die Erfindung der Buchdruckerkunst 1440, doch gab es bis zum 19. Jahrhundert praktisch nur handgeschöpfte, noch relativ teure Papiere aus Hadern. Erst mit der Erfindung der modernen Langsiebmaschine um 1800 und deren Vervollkommnung wurde der billigsten Massenproduktion eines Stoffes der Weg freigemacht, der wie kein anderer die Entwicklung der Zeit beeinflußte. |
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Buchdruckerkunst und Papier — unlösbar miteinander verbunden — haben im wahrsten Sinne des Wortes seit einem halben Jahrtausend Weltgeschichte gemacht. Der Sammler wird nur selten die Möglichkeit haben, die Vorläufer des Papiers, Papyrus und Pergament, zu sammeln. Handgeschöpfte (Bütten-)Papiere aus dem 15. Jahrhundert und aus späterer Zeit sind jedoch nicht allzu schwer zu finden, da der Papier-Sammler sein Augenmerk nur auf das Material zu richten braucht und hinsichtlich der geschriebenen oder gedruckten Texte anspruchslos sein kann. Unbenutzte Papiere aus alter Zeit zu finden, ist nämlich so gut wie aussichtslos. Wesentlich für den regionalen und historischen Aufbau einer Sammlung sind die Wasserzeichen, die hauptsächlich Fabrikationsmarken darstellen. Manche Wasserzeichen, z. B. von Urkundenpapieren, hatten jedoch den Charakter von Amtssiegeln oder von Steuermarken unserer Zeit (Vorläufer der Stempelmarken waren Stempelpapiere). |
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Genaue Fachkenntnisse auf diesem Gebiet, das in die Fiskalgeschichte überleitet, sind unerläßlich. Auch die moderne Papiererzeugung, die vielfach wieder zur Pflege des Kunstpapiers zurückgefunden hat, liefert interessante Sammlungsthemen, z. B. Vorsatzpapiere für Bücher, seltene Briefpapiere und spezielle Urkundenpapiere.
Quelle:
Franz Hadamowsky: Kleines Lexikon des Sammelns
Residenz Verlag, Salzburg 1965
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