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Münzen sammeln - Ein einführender Artikel zum Thema Sammeln von Münzen

Dieser Artikel führt mit einer Übersicht zur Münzgeschichte und der Herkunft des Geldes in das Sammeln von Münzen ein.

5 Goldmark von Bayern

5 Goldmark von Bayern mit König Ludwig II.

Hinweise von google
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Silbernes Tetradrachmon. Athen, 600-450 v. Chr. Bilder: Eule mit Ölzweig, Kopf der Pallas Athene.

Tetradrachme aus Athen ca. 5. - 4. Jahrhundert v. Chr.

Unter einer Münze versteht man Metallgeld in Scheibenform, das mit Gepräge und Münzbild versehen ist und das in Zusammensetzung und Gewicht genau festgelegt ist. Dieser Definition entsprachen noch nicht die ersten Münzen aus Elektron, einer Gold-Silber Legierung, die im 7. vorchristlichen Jahrhundert im östlichen Mittelmeergebiet ausgegeben wurden, denn bei ihnen konnte der Anteil der beiden Edelmetalle sehr unterschiedlich sein. Deshalb besaßen sie keinen durch die ausgebende Behörde garantierten konstanten Materialwert. Solche Münzen führten erst etwas später die Griechen ein.

Bis dahin war der ganze Handel durch Tausch abgewickelt worden. So stellte beispielsweise ein einzelner oder eine Gruppe Messer oder Äxte her, die gegen Felle oder Fleisch eingehandelt wurden. Dieses frühe Tauschsystem war verhältnismäßig umständlich und unelastisch. Deshalb ging man dazu über, gewisse Dinge zum Wertmaßstab zu machen, zu dem man die Tauschwaren in Beziehung setzte. Als Maßstab musste etwas dienen, das stets begehrt war und deshalb im Wert unverändert blieb. Man wählte die Grundnahrungsmittel: Getreide und Vieh, wobei dem Vieh die wichtigere Rolle zukam, verfügten darüber doch auch nicht ackerbautreibende Völker. Das spiegelt sich in der Sprache: Das lateinische Wort für Geld, pecunia, ist von pecus (Vieh) abgeleitet, das Wort Kapital von capita (Kopfzahl einer Herde).

Mit der Ausweitung und Intensivierung der Handelsbeziehungen reichte dieses System nicht mehr aus. Zu Beginn des 1. vorchristlichen Jahrtausends wurde das Vieh als Tauschmittel immer mehr durch Bronze oder Kupfer abgelöst, die als Material für Gerätschaften und Waffen sehr begehrt waren. Zunächst benutzte man das Rohmetall in ungleichmäßigen Klumpen, die bei jedem Handel ausgewogen werden mussten. Dann jedoch goss man das Metall in Barren, die bald auf einer Seite mit einem einfachen Muster versehen wurden (Zweig- oder Fischgrätmuster), das ein Zerhacken des Barrens in ungefähr gleiche Stücke ermöglichte. Man spricht von Barrengeld, aber Geld im eigentlichen Sinn war es noch nicht, sondern wegen der fehlenden Normung ein von Fall zu Fall weiterhin auszuwiegendes Tauschmittel. In manchen Gegenden verwandte man außer Kupfer und Bronze auch Edelmetalle oder Legierungen.

Das in Scheibenform gegossene Metall setzte sich als handliches Zahlungsmittel rasch im östlichen Mittelmeergebiet durch. Die Griechen gingen dann dazu über, Gewicht und Zusammensetzung der Metallscheiben konstant zu halten und den Wert amtlich durch eine Prägung zu garantieren. So entstanden die ersten wirklichen Münzen. Bald wurden regelrechte Beschriftungen und symbolische Darstellungen aufgeprägt, die die ausgebende Behörde und den Wert angaben. Das griechische Münzwesen wurde von anderen Völkern des Mittelmeergebiets übernommen, nicht zuletzt von den Römern, die es zur vollen Blüte brachten. Es wurde straff durchorganisiert und garantierte durch die regelmäßige Versorgung aller Provinzen des Riesenreiches mit Geld für eine reibungslose Abwicklung des Handels- und Wirtschaftslebens. Nach dem Untergang des Römerreichs kehrte man in den Wirren der Völkerwanderung zwar wieder teilweise zum Tauschhandel zurück, aber ganz verschwand das Münzwesen nie mehr, und seit den Karolingern erreichte es wieder einen hohen Stand. Bis zum Ersten Weltkrieg entsprach der Wert der ausgegebenen Münzen ihrem Edelmetallwert, doch seither wurden Gold und Silber fast allgemein durch Papiergeld und geringwertiges Münzmetall (Nickel, Eisen, Messing, Aluminium usw.) ersetzt.

Münzen sind seit langem schon sehr begehrte Sammelobjekte. Das hat verschiedene Gründe. Auf der einen Seite stellen alte Münzen schon durch ihren Edelmetallgehalt einen materiellen Wert dar, der mit dem seit Jahren zu beobachtenden Anstieg der Edelmetallpreise ständig steigt. Auf der anderen Seite sind sie wertvolle Zeugnisse der Vergangenheit, die hochinteressante Aufschlüsse über Geschichte, Religion, Kunst, Gesellschaftsstruktur und Wirtschaft früherer Kulturen geben. Auf den Münzprägungen spiegeln sich politische Zustände; die Zusammensetzung der Metalle oder das sich im Lauf der Zeit ändernde Münzgewicht lassen wirtschaftliche Blüte- oder Krisenzeiten erkennen; aus der Verteilung der Fundstätten lassen sich internationale Handelsbeziehungen rekonstruieren, und gegenseitige Beeinflussungen von Münzbildern weisen auf intensive Kontakte zwischen verschiedenen Völkern hin. Zwar wurden Münzen wegen ihres Metallwerts nicht selten wieder eingeschmolzen und für Neuprägungen verwandt, aber insgesamt sind uns seit der Antike sehr viele Münzen erhalten geblieben. So wurden manche Münzen des römischen Kaiserreichs in so großen Mengen ausgegeben, dass es nicht schwierig ist, heute im Fachhandel solche Münzen zu erwerben.

Aber das Sammeln von Münzen ist keineswegs ein Hobby unserer Zeit. Schon aus dem alten Rom wissen wir, dass dort griechische und etruskische Münzen gesammelt wurden. Diese Tradition wurde dann im byzantinischen Reich weitergeführt. In der Renaissance waren fast allen großen Sammlungen auch Münzsammlungen angegliedert; das damals allgemeine Interesse für Zeugnisse der griechischen und römischen Antike galt natürlich auch den Münzen jener Zeit. Heute geht die Zahl der Münzensammler in aller Welt wohl in die Millionen. Unter welchen Gesichtspunkten sollte man Münzen sammeln? Der Anfänger wird wohl zunächst alles zusammentragen, was er finden kann. Er sollte sich jedoch bald schon für ein Teilgebiet entscheiden, denn nur dann kann er auf eine gewisse Vollständigkeit hinzielen. Solche Teilgebiete lassen sich unter verschiedenen Gesichtspunkten abgrenzen. Am nächsten liegt die zeitliche Einschränkung, die meist mit einer regionalen Begrenzung gekoppelt ist: etwa byzantinische Münzen vor 1000 oder römische Münzen der Kaiserzeit oder Geld aus der Zeit der Französischen Revolution, griechische Münzen aus Attika, Münzen der Randgebiete des Römerreiches oder Münzen eines bestimmten modernen Staates seit den Anfängen des dortigen Münzwesens.

Jin. Bronze aus China. Frühes 5. Jh. v. Chr.

Spatengeld aus China - ca. 5. Jahrhundert vor Christus

Der Preis einer Münze hängt von mehreren Faktoren ab. Da ist zunächst einmal der pure Materialwert, der mit steigenden Gold- und Silberpreisen gleichsam automatisch steigt. Wichtiger noch ist die Häufigkeit oder Seltenheit einer Münze, die durch verschiedene Umstände bedingt sein kann: Alter, Auflagenhöhe einer Münze (ein Römerkaiser, der nur wenige Monate an der Macht war, konnte naturgemäß sehr viel weniger Münzen ausgeben als ein Kaiser, der mehrere Jahrzehnte regierte), geschichtliche Wechselfälle usw. Wesentlich für die Bewertung ist schließlich auch der Erhaltungszustand. Eine stark abgegriffene, in der Prägung kaum noch erkenntliche, zersprungene oder sonst wie erheblich beschädigte Münze hat im allgemeinen keinen hohen Wert, während ausgezeichnet erhaltene antike oder mittelalterliche Münzen Spitzenpreise bringen.

Holen Sie sich Anregungen aus den vielerorts öffentlich zugänglichen Münzensammlungen, aus der reichhaltigen Fachliteratur und durch persönlichen Kontakt mit Numismatikern (Münzenliebhabern), die sich teilweise zum Zweck des Erfahrungsaustauschs zu Verbänden zusammengeschlossen haben. Fachblätter informieren über Angebot und Nachfrage, vermitteln Adressen, berichten über Neuausgaben und interessante Versteigerungen. Lassen Sie sich von erfahrenen Sammlern bei der Abgrenzung Ihres Sammelgebiets helfen, denn es hat wenig Sinn, sich auf ein Gebiet verlegen zu wollen, auf dem das Angebot gering und entsprechend teuer ist.

Die Anfänge Ihrer Sammlung werden Sie vielleicht rasch beisammen haben, aber wenn es an den weiteren Ausbau geht, müssen Sie einige Initiative entwickeln und vermutlich auch tiefer in den Geldbeutel greifen. Sobald Sie teurere Sammelobjekte erwerben wollen, ist es wichtig, einiges über Fälschungen zu wissen.

Bronzemedaille. Rückseite einer Portraitmedaille aus dem Jahr 1449.

Schlecht gemachte Fälschung einer antiken Münze

Wie auf allen Sammelgebieten sind auch hier zahlreiche Fälscher aktiv, die sich natürlich in erster Linie teuren Stücken zuwenden, bei denen sich die Mühe des Fälschens lohnt. Informieren Sie sich möglichst ausführlich durch die Lektüre entsprechender Literatur und durch Gespräche mit erfahrenen Sammlern, und zögern Sie nicht, eine verlässliche Expertise einzuholen, ehe Sie mehrere hundert oder gar tausend Mark ausgeben. Es gibt ganze Sammlungen von ausgezeichneten Fälschungen, die nur von besten Experten als solche erkannt werden können.

Ihre Schätze können Sie entweder in durchsichtigen Hüllen aufbewahren, oder Sie benutzen Mappen oder Fassungen aus Plexiglas oder Karton oder die immer stärkere Verbreitung findenden Münzenalben. Für besonders kostbare Stücke eignen sich mit Samt ausgelegte Schubkastenschränkchen am besten; hier kommen die Münzen besser zur Geltung und lassen sich sehr übersichtlich anordnen.

Für die Spitzenstücke Ihrer Sammlung können Sie sich auch eine mit indirekter Beleuchtung versehene Spezialvitrine anschaffen, die Sie an einem Ehrenplatz aufstellen.

aus "Sammeln macht Spaß" moderne familie - Die praktische Hausbibliothek Band 12 - Éditions des Connaissances Modernes, Freiburg 1975
(nur noch antiquarisch erhältlich)

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