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Münzen sammeln - Ein einführender Artikel zum Thema Sammeln von MünzenDieser Artikel führt mit einer Übersicht zur Münzgeschichte und der Herkunft des Geldes in das Sammeln von Münzen ein. |
5 Goldmark von Bayern mit König Ludwig II. |
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Mit der Ausweitung und Intensivierung der Handelsbeziehungen reichte dieses System nicht mehr aus. Zu Beginn des 1. vorchristlichen Jahrtausends wurde das Vieh als Tauschmittel immer mehr durch Bronze oder Kupfer abgelöst, die als Material für Gerätschaften und Waffen sehr begehrt waren. Zunächst benutzte man das Rohmetall in ungleichmäßigen Klumpen, die bei jedem Handel ausgewogen werden mussten. Dann jedoch goss man das Metall in Barren, die bald auf einer Seite mit einem einfachen Muster versehen wurden (Zweig- oder Fischgrätmuster), das ein Zerhacken des Barrens in ungefähr gleiche Stücke ermöglichte. Man spricht von Barrengeld, aber Geld im eigentlichen Sinn war es noch nicht, sondern wegen der fehlenden Normung ein von Fall zu Fall weiterhin auszuwiegendes Tauschmittel. In manchen Gegenden verwandte man außer Kupfer und Bronze auch Edelmetalle oder Legierungen. Das in Scheibenform gegossene Metall setzte sich als handliches Zahlungsmittel rasch im östlichen Mittelmeergebiet durch. Die Griechen gingen dann dazu über, Gewicht und Zusammensetzung der Metallscheiben konstant zu halten und den Wert amtlich durch eine Prägung zu garantieren. So entstanden die ersten wirklichen Münzen. Bald wurden regelrechte Beschriftungen und symbolische Darstellungen aufgeprägt, die die ausgebende Behörde und den Wert angaben. Das griechische Münzwesen wurde von anderen Völkern des Mittelmeergebiets übernommen, nicht zuletzt von den Römern, die es zur vollen Blüte brachten. Es wurde straff durchorganisiert und garantierte durch die regelmäßige Versorgung aller Provinzen des Riesenreiches mit Geld für eine reibungslose Abwicklung des Handels- und Wirtschaftslebens. Nach dem Untergang des Römerreichs kehrte man in den Wirren der Völkerwanderung zwar wieder teilweise zum Tauschhandel zurück, aber ganz verschwand das Münzwesen nie mehr, und seit den Karolingern erreichte es wieder einen hohen Stand. Bis zum Ersten Weltkrieg entsprach der Wert der ausgegebenen Münzen ihrem Edelmetallwert, doch seither wurden Gold und Silber fast allgemein durch Papiergeld und geringwertiges Münzmetall (Nickel, Eisen, Messing, Aluminium usw.) ersetzt. Münzen sind seit langem schon sehr begehrte Sammelobjekte. Das hat verschiedene Gründe. Auf der einen Seite stellen alte Münzen schon durch ihren Edelmetallgehalt einen materiellen Wert dar, der mit dem seit Jahren zu beobachtenden Anstieg der Edelmetallpreise ständig steigt. Auf der anderen Seite sind sie wertvolle Zeugnisse der Vergangenheit, die hochinteressante Aufschlüsse über Geschichte, Religion, Kunst, Gesellschaftsstruktur und Wirtschaft früherer Kulturen geben. Auf den Münzprägungen spiegeln sich politische Zustände; die Zusammensetzung der Metalle oder das sich im Lauf der Zeit ändernde Münzgewicht lassen wirtschaftliche Blüte- oder Krisenzeiten erkennen; aus der Verteilung der Fundstätten lassen sich internationale Handelsbeziehungen rekonstruieren, und gegenseitige Beeinflussungen von Münzbildern weisen auf intensive Kontakte zwischen verschiedenen Völkern hin. Zwar wurden Münzen wegen ihres Metallwerts nicht selten wieder eingeschmolzen und für Neuprägungen verwandt, aber insgesamt sind uns seit der Antike sehr viele Münzen erhalten geblieben. So wurden manche Münzen des römischen Kaiserreichs in so großen Mengen ausgegeben, dass es nicht schwierig ist, heute im Fachhandel solche Münzen zu erwerben.
Holen Sie sich Anregungen aus den vielerorts öffentlich zugänglichen Münzensammlungen, aus der reichhaltigen Fachliteratur und durch persönlichen Kontakt mit Numismatikern (Münzenliebhabern), die sich teilweise zum Zweck des Erfahrungsaustauschs zu Verbänden zusammengeschlossen haben. Fachblätter informieren über Angebot und Nachfrage, vermitteln Adressen, berichten über Neuausgaben und interessante Versteigerungen. Lassen Sie sich von erfahrenen Sammlern bei der Abgrenzung Ihres Sammelgebiets helfen, denn es hat wenig Sinn, sich auf ein Gebiet verlegen zu wollen, auf dem das Angebot gering und entsprechend teuer ist. Die Anfänge Ihrer Sammlung werden Sie vielleicht rasch beisammen haben, aber wenn es an den weiteren Ausbau geht, müssen Sie einige Initiative entwickeln und vermutlich auch tiefer in den Geldbeutel greifen. Sobald Sie teurere Sammelobjekte erwerben wollen, ist es wichtig, einiges über Fälschungen zu wissen.
Ihre Schätze können Sie entweder in durchsichtigen Hüllen aufbewahren, oder Sie benutzen Mappen oder Fassungen aus Plexiglas oder Karton oder die immer stärkere Verbreitung findenden Münzenalben. Für besonders kostbare Stücke eignen sich mit Samt ausgelegte Schubkastenschränkchen am besten; hier kommen die Münzen besser zur Geltung und lassen sich sehr übersichtlich anordnen. Für die Spitzenstücke Ihrer Sammlung können Sie sich auch eine mit indirekter Beleuchtung versehene Spezialvitrine anschaffen, die Sie an einem Ehrenplatz aufstellen.
aus "Sammeln macht Spaß" moderne familie -
Die praktische Hausbibliothek Band 12 -
Éditions des Connaissances Modernes, Freiburg 1975 |