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Miniaturen
Kurzinformation
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Miniatur eines Kavaliers von Nicholas Hilliard, um 1588, Victoria & Albert Museum, London Miniaturen nannte man ursprünglich nur die zierlich gemalten Abbildungen der Buchmaler in den mittelalterlichen Handschriften. Im weiteren Sinne bezeichnen sie Gemälde in sehr kleinem Format.

Kunsthändler und Sammler aber verstehen heute unter Miniaturen fast ausschließlich eine besondere Technik der Kleinporträtmalerei. Bei ihr werden die Farben auf eine mit weißer Emailschicht überzogene Kupferplatte mit feinstem Pinsel in Metalloxydfarben gemalt und diese nachher im Emailofen, wie bemaltes Porzellan, eingebrannt. In ihrer glänzenden, intensiven Farbigkeit wirken sie daher auch ganz ähnlich wie Porzellanmalereien.

Gegen Ende des 16. Jahrhunderts wurde diese Emailmalerei zunächst in Frankreich und England üblich und dann in ganz Europa mehr und mehr Mode. Und wie man heute der Freundin oder Braut, dem Bräutigam, den Bekannten und Verwandten ein Foto von sich schenkt, erfüllten für die vornehme Welt vergangener Jahrhunderte die von Miniaturmalern angefertigten Kleinstporträts den gleichen Zweck.

Später, vor allem zu Anfang des 19. Jahrhunderts, waren dann auch im Bürgertum Miniaturen äußerst beliebt. Die führende Rolle spielte Wien, wo unter anderem der bedeutendste dortige Maler des Biedermeiers, Ferdinand Georg Waldmüller, Porträtminiaturen gemalt hat.

Es sind die Stücke aus dieser Zeit, denen man heute am häufigsten im Handel und auch auf Auktionen begegnet und auch noch zu durchaus erschwinglichen Preisen, falls sie nicht von berühmten Malern stammen und gar von diesen signiert sind.

Doch muß man sich vor Fälschungen oder besser vor Nachahmungen hüten.

Miniaturen in der alten Technik werden nämlich auch heute gemalt und meist in Elfenbeinrahmen im Stil des frühen 19. Jahrhunderts in anspruchsvolleren Geschenkartikelgeschäften durchaus als Neuerzeugnisse verkauft.

Aber, ob beabsichtigt oder unbeabsichtigt, gelangen sie nicht selten in den Antiquitätenhandel, und es empfiehlt sich daher, Miniaturen, für die man mehr als einige hundert Mark anlegen muß, nur in seriösen Kunst- und Antiquitätenhandlungen oder renommierten Auktionshäusern zu erwerben.

König Georg IV von England, Miniatur von Henry Bone, 1805, Ashmolean Museum, Oxford.
aus "Sammeln macht Spaß"
Hans Jürgen Hansen
Keysersche Verlagsbuchhandlung München
(nur noch antiquarisch erhältlich)


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