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In den 1950er-Jahren des aufblühenden deutschen Wirtschaftswunders kam der Unternehmer Fritz Homan (Firma FRI-HOMA) auf die Idee, seinem Margarine-Produkt Spielzeug-Figuren als Werbezugabe beizulegen. Er kam mit Richard Sieper, dem Inhaber des kunststoffverarbeitenden Betriebs SIKU ins Geschäft, der bereits seit Ende der 30er-Jahre die damals neue Kunststoff-Spritztechnik zur Massenproduktion einsetzte. Aus Spritzgußformen, die schon im Krieg zur Herstellung von Abzeichen des Winterhilfswerk (siehe Kurzinformation zu diesem Sammelgebiet!) dienten, und aus neu entworfenen Figurenformen wurden nun Margarine-Figürchen gefertigt. |
Nachahmer ließen nicht lange auf sich warten. Hersteller von Haferflocken, Kaffee, Tabak, Schuhcreme und besonders andere Margarine-Hersteller warben mit immer aufwendigeren Figuren um die Gunst der Kinder, deren Wünschen und Drängen die Kaufentscheidung der Eltern nicht unbeeinflußt ließ. Die weißen, unbemalten Hartplastik-Figuren waren bald in aller Kinder Hände und heute sammeln die inzwischen Erwachsenen die Figuren in Erinnerung an ihre Kindheit.

Das Werbebeigaben-Angebot steigerte sich schließlich derart, daß der Aufwand den Gewinn überstieg. Außerdem verminderten Firmenübernahmen den Konkurrenzdruck. Beides führte bis Ende der 50er-Jahre zur Aufgabe der Figürchen-Beigaben. Die Spritzgußformen wurden meist an Spielzeug-Hersteller, z.T. ins Ausland (Belgien, USA) verkauft. Bis heute sollen noch gelegentlich aus den alten Formen neu hergestellte Weichplastik-Figuren auftauchen.
Text: Wilhelm Scharenberg
Bilder: aus dem u.g. Katalog
| Preiskatalog Peter Konrad: Margarine-Figürchen aus den fünziger Jahren 5. Auflage 2001 440 Seiten in Farbe, DIN A4 Preis 110 Euro
Bezug über: |
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