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Aus dem Halstuch kroatischer Söldner entwickelte sich im 17. Jahrhundert die „cravate", die später die verschiedensten modischen Formen annahm. Die lange Binde, oft reich mit Spitzen besetzt, wurde im Rokoko zum Jabot und im 19. Jahrhundert zum doppelt geschlungenen Halstuch über einem hohen, steifen Kragen.
Die moderne Krawatte wird als Quer- oder Langbinder (Fliege, Masche, Schleife, Schifferknoten, Schlips, Schmetterling, Selbstbinder) und in der Sonderform des Plastrons je nach Art der Kleidung über dem steifen Kragen oder zwischen dem Umlegkragen getragen. Sie besteht aus Seide, Kunstseide, feinem Wollstoff oder Kunstfasern. Zu sportlicher Kleidung passen auch gestrickte und gewirkte Binder. |
| Krawattensammlungen können historisch aufgebaut sein, um die Entwicklung eines wichtigen Accessoirs der männlichen Kleidung zu illustrieren, oder nach geographischen Gesichtspunkten. Das Heimatland einer echten „Krawattenkunde" ist Großbritannien: Kenner der „Tie"-Wissenschaft vermögen auf den ersten Blick nach der Krawatte das Herkommen des Trägers zu erschließen. |
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Der Harrow-Schlips z. B. ist dunkelblau mit einem weißen Doppelstreifen, während die Absolventen von Eton eine schwarze Krawatte mit hellblauem Streifen tragen. In Cambridge ist jedes College genauso „am Halse" zu erkennen wie jeder bessere Klub. Die Royal Air Force besitzt zwar nur eine Krawatte und die Marine nur drei, dafür gibt es aber im englischen Heer so viele Krawatten-Muster wie Regimenter. Im übrigen ist auch die Zugehörigkeit zu einem bestimmten schottischen Clan am Schlips ebenso wie am Muster ihres Tartans zu erkennen. Dies alles hat dazu geführt, daß es in England zahllose Krawatten-Sammler gibt und daß auch in Klubs Kollektionen aufbewahrt werden. In einem bekannten Studentenlokal in Oxford zieren viele Hunderte abgeschnittene Krawattenenden die Wände, und ein neuer Gast kann dort kaum ein solches Opfer vermeiden. |
| Quelle: Franz Hadamowsky: Kleines Lexikon des Sammelns Residenz Verlag, Salzburg 1965 |