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Geschichte eines Hobbies
von
Aufmerksam auf diese Hotel-Keycards oder Schlüsselkarten (auch Roomcards genannt) wurde ich im September 1995, auf dem Berliner Flughafen Tempelhof. Da ich noch genügend Zeit bis zum Abflug nach Köln hatte, schlenderte ich durch die Abflughalle und sah durch Zufall in einer Telefonzelle eine liegengebliebene Telefonkarte, so dachte ich zumindest, die mir vom Aussehen her unbekannt war.
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Das Sammelfieber kam über mich, das wird jeder Sammler verstehen, so daß ich mir diese Karte natürlich nicht entgehen lassen konnte.
Nachdem ich mir die neue Errungenschaft näher betrachtet hatte, stellte ich zu meiner Enttäuschung schnell fest, daß es sich bei dieser Karte um keine Telefonkarte, sondern um eine, so war auf der Karte zu lesen, Zimmerkarte/Roomcard des Steigenberger Hotels in Berlin handelte. Dennoch steckte ich sie ein ohne damals zu ahnen, daß diese Karte den Anfang zu einer Hotel-Keycard-Sammlung bedeutete. |
Beim Urlaub in Florida
Im Dezember 1995 machten meine Frau und ich Urlaub in Florida (USA). Um Streß zu vermeiden reisten wir den Abend vor dem Abflug nach Amsterdam-Schiphol, unserem Abflufhafen und übernachteten im dortigen Dorint Hotel. Am Empfang erhielten wir keinen Zimmerschlüssel sondern zwei Keycards. Nachdem wir am nächsten Tag in Orlando gelandet waren und in unser Hotel eincheckten, drückte uns die nette Dame an der Rezeption statt einem Hotelzimmerschlüssel wiederum zwei Keycards in die Hand. Spätestens zu diesem Zeitpunkt faßte ich den Entschluß, diese zum Teil sehr hübschen gestalteten Karten, zumal sie ja hervorragend in ein Telefonkartenalbum passen, zu sammeln.
Im Verlaufe unserer Reise über Ft. Lauderdale, Naples, St. Petersburg und zurück nach Orlando war die kleine Sammlung, allein aus Florida, um weitere 4 Keycards angewachsen. Auf die Idee, Vorort die Hotels "abzuklappern" und um Überlassung der entsprechenden Hotel-Keycards zu bitten, bin ich zu meinem Bedauern damals leider nicht gekommen.
| Nach unserer Rückkehr erzählte ich in unserem Freundes- und Bekanntenkreis
von meinem neuen Hobby und schon grub der eine oder andere aus seinen
Reiseunterlagen der letzten Urlaubs- oder Geschäftsreise noch eine
Schlüsselkarte vom Hyatt Hotel in Boston, vom Möwenpick Hotel
in Istanbul
oder aber vom Hotel New York im Disneyland Paris aus.
Andere brachten mir von ihrer nächsten Urlaubsreise in den Staaten Schlüsselkarten mit. So wuchs meine Sammlung bis November 1996 auf insgesamt 25 Keycards an.
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Später entschloß ich mich Hotels in Deutschland (Die Adressen entnahm ich dem Varta-Hotelführer) anzuschreiben/anzufaxen und um die Überlassung einer ihrer individuell gestalteten Schlüsselkarten zu bitten. Einen Mißbrauch mit diesen Schlüsselkarten brauchen die Hotels nicht zu befürchten, da die Karten über einen Magnetstreifen, für jeden Hotelgast individuell, für einen bestimmten Aufenthaltszeitraum programmiert werden können. Nach diesem programmierten Zeitraum ist der Zugang mit dieser Karte zu dem entsprechenden Zimmer nicht mehr möglich. Die Karte muß für einen neuen Gast erst wieder neu programmiert werden. Ältere, aber dennoch aktuelle Schließkartensysteme arbeiten mit Lochkarten, die ich zwar auch sammele, auf die ich hier aber nicht näher eingehe. Zuerst schrieb ich in verschiedenen Städten nur Hotels an in denen man, zumindest ich, seltener übernachtet, wie z.B. das Hilton, das Inter Continental, das Sheraton und das Kempinski Hotel. Die Resonanz war einmalig. Die Hotels, die bisher noch nicht über ein solch modernes Schließsystem verfügen haben per Telefonrückruf oder sogar per Brief oder Fax ihr Bedauern darüber ausgedrückt, daß sie zur Zeit noch die herkömmlichen Schlüssel verwenden und mir deshalb leider keine Schlüsselkarte zusenden können.
Die meisten Hotels schickten ihre Karten
Die meisten Hotels, die bereits Schlüsselkarten verwenden, schickten mir ihre Schlüsselkarte in der Regel immer mit einem sehr netten Begleitschreiben. Schnell wuchs meine Sammlung allein an deutschen Hotels auf ca. 70 Schlüsselkarten an. Danach stürzte ich mich aufs Ausland. Zur preiswertesten Telefonzeit gingen die Faxe in die ganze Welt, nach Italien, Frankreich, in die Niederlande, nach Österreich und Spanien nach Großbritannien und Skandinavien in die USA, nach Hongkong und nach Japan nach Australien, New Zealand und den Philippinen nach Saudi Arabien und nach Thailand und viele Länder mehr.
Nicht alle, aber viele Häuser schickten mir ihre Hotel-Keycard mit den besten Wünschen für meine Sammlung. Ganz besonders habe ich mich über sechs Hotel-Keycards vom Hotel Caesars aus Las Vegas gefreut. Diese Karten gehören zu einer "Collector Serie" und wurden mir mit einem freundlichen in Deutsch gefaßten Antwortschreiben (als Anlage beigefügt) zugeschickt. Der größte Teil der deutschen aber auch ausländischen, z.T. sehr aufwendig gestalteten Hotel-Keycards trägt nicht nur den Aufdruck des Hotelnamens auf der Vorderseite sondern wird wie auch schon die Telefonkarten als Werbemedium genutzt. Hier findet man bei den deutschen Karten die bei vielen Telefonkarten-Motivsammlern begehrten Bierwerbungen wie Bitburger, König Pilsener, Köstritzer, Radeberger, Paulaner, Erdinger usw.. Auf anderen Karten wird für Musicals wie Cats, Phantom der Oper, Gaudi, Starlight Express, Tommy (Sonderedition des Steigenberger Hotels "Frankfurter Hof") und Gambler geworben. Aber auch Kreditkartenunternehmen, Banken, Versicherungen, die Deutsche Telekom und private Taxiunternehmen haben ihren Platz auf den Schlüsselkarten.
Oft mit Werbeaufdruck
Im Ausland sind die Kartenrückseiten oftmals mit dem Werbeaufdruck des Kartenherstellers versehen, auf einigen finden aber auch Fluggesellschaften wie die American Airlines, Cathay Pacific oder Firmen wie Europcar und American Express Platz für ihre Werbung.
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Um die Hotel-Keycards den Telefonkartensammlern vorzustellen, bot mir die
Zeitschrift "Telefonkarten Journal" (6/97) die Möglichkeit,
über mein Hobby zu berichten. Daraufhin meldeten sich vier Sammler bzw. Interessenten bei mir. Einer von ihnen, ein Herr aus Köln, wurde erst durch diesen Bericht
motiviert und später wie ich zu einem leidenschaftlichen
Hotel-Keycard-Sammler.
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Daß ich, bzw. wir, die Leidenschaft Hotel-Keycards zu sammeln noch mit anderen Menschen teile(n), entnehme ich den letzten Auktionskatalogen für Telefonkarten von "Rogge-Auktionen". .Dort wurden bisher nahezu alle angebotenen Lose ersteigert. Seit Juli 1997 nutzte ich nun die Möglichkeiten des Internets (E-Mail), um Hotels anzuschreiben.
Auf diesen Bericht, hier im Internet, aufmerksam geworden, meldete sich im März 1998 der WDR bei mir, mit der Bitte, mein Hobby doch einmal den Rundfunkhörern des Senders Radio 5 vorzustellen. Hierzu wurden im April o.g. Sammlerfreund aus Köln und ich, zu einem 30 minütigen Interview im Rahmen der Sendung "Hörerinnen und Hörer machen Programm", in das Funkhaus nach Köln eingeladen. Nebenbei lernte ich auf diese Weise den Kölner Sammlerfreund einmal persönlich kennen.
Vielleicht ist dieser Artikel ja Ansporn für den einen oder anderen, eventuell auch Telefonkartensammler, ebenfalls Hotel-Keycards zu sammeln. Ich jedenfalls würde mich sehr freuen, auf diese weise Tauschpartner, vielleicht auch aus dem Ausland, zu finden.
Allgemeines zur Schlüsselkarte:
Nachdem in den Vereinigten Staaten von Amerika, den wirtschaftsstarken asiatischen Staaten wie Hongkong, Singapur usw. die Hotels weitgefächert schon seit langem Hotel-Keycards und nicht mehr die herkömmlichen Schlüssen einsetzen, setzt sich diese Technik nun auch in Europa mehr und mehr durch. In Deutschland findet man diese Keycards in vielen Hotels der großen Hotelketten und häufig in Hotels der "neuen Bundesländer".
Magnetkarten sind zur Zeit am häufigsten
Der Einsatz von Schlüsselkarten begann unter Anwendung von Lochkarten (mechanische Systeme), die recht groß und somit noch recht unhandlich waren. Später folgten, bis auf Scheckkartengröße verkleinerte, elektronisch kodierbare Lochkartensysteme. Beide Lochkartensysteme findet man auch heute noch in vielen Hotels. Die zur Zeit wohl am häufigsten anzutreffende Generation der Hotel-Schlüsselkarten ist die Magnetkarten (elektronische Systeme).
Diese Schlüsselkarte wird einfach wie auf der Kartenrückseite vieler Karten in einen Schlitz des Hotellzimmerschlosses eingeführt oder durch einen Schlitz gezogen und die Tür läßt sich danach öffnen. Die meisten Leser werden diese Technik von den Türschließsystemen bei ihrer oder anderen Banken kennen. Auch hier muß man um in Vorraum einiger Banken nach Geschäftsschluß zu gelangen (z.B. um den Geldautomaten zu erreichen) mit seiner Kreditkarte eine vergleichbare Tätigkeit ausführen.
Der weltgrößte Hersteller dieser, aber auch der mechanischen und elektronischen Lochkartensysteme, ist wohl die norwegische Firma VingCard. Aber auch die Firmen Yaletronics, Saflok, TimeLox, Messerschmitt und Pegula sind Anbieter dieser Hotelsicherheitssysteme. Seit kurzer Zeit hält ein "neues" Kartensystem in den Hotels Einzug, die sogenannten Proximitykarten. Diese Karten arbeiten berührungslos. Das heißt, sie brauchen nur noch in die Nähe des Türschlosses gehalten werden um den Türschließmechanismus auszulösen.
Vorteile der Schlüsselkarte gegenüber eines herkömmlichen Schlüssels: Der wesentliche Vorteil der Hotel-Keycard liegt darin, daß der erhebliche Kostenaufwand für die Nachbeschaffung eines "versehentlich" durch einen Hotelgast mitgenommenen Schlüssels entfällt. Die Schlüsselkarten sind bequem einzustecken und können vom Hotelgast mitgeführt werden. Die elektronischen Magnetstreifen-Schlüsselkarten können z.B. für den Zeitraum der Hotelbuchung mit nachstehenden Daten über den Magnetstreifen gespeichert werden:
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