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Feilschen - Wie man als Sammler auf Flohmärkten günstig kauft

Hinweise von google
Von einem passionierten Sammler stammt der Ausspruch: "Die besten Geschäfte macht man mit der Taschenlampe". Gemeint ist, dass sich frühes Kommen lohnt. Und manchmal muss man dafür schon ein paar Stunden eher aufstehen.

Typische Flohmarkt-Ware

So wie das Flohmarktgeschäft heute in vielen Städten und Gemeinden organisiert ist, muss es den Händlern darum gehen, die günstigsten Plätze möglichst frühzeitig einzunehmen. Mancher macht sich dazu bei Dunkelheit auf. Ganz Geschäftstüchtige bauen bereits am Abend vorher ihren Stand auf (sofern dies überhaupt möglich ist). Vor der offiziellen Öffnungszeit, also wenn die Händler mit dem Auspacken beginnen, lässt sich manch guter Kauf machen. Käufer, die auf ein Sammelgebiet fixiert sind, können sich schnell einen Überblick verschaffen und haben die Chance, Stücke zu kaufen, die in einem oder nur in wenigen Exemplaren angeboten werden.

Hat ein Anbieter mehrere gleiche Stücke, prüft er anfangs erst den Preis und erhöht ihn bei starker Nachfrage im Laufe des Tages. Mancher Händler, der den Markt noch nicht so genau kennt, wird sich mit seinen Preisen an denen seiner Kollegen im Laufe des Tages orientieren. Zu Beginn muss er den Preis noch frei kalkulieren. Und da liegt mancher um ein großes Stück daneben. Weicht er gegenüber dem üblichen Preisgefüge nach unten ab, hat man die Chance - vorausgesetzt, die Qualität der Antiquität ist nicht zu beanstanden - preiswert zu kaufen.

Amateure, die vorwiegend die Anbieterseite auf Trödler- und Flohmärkten bilden, lassen eher mit sich handeln als professionelle Händler. Hier sollte man durchaus die Handelsusancen von armenischen Teppichhändlern oder aus türkischen Bazaren annehmen. Einige Anbieter betrachten das Handeln als regelrechten Sport und setzten die Preise schon höher an, um sich dann herunterhandeln zu lassen.

Käuferin an einem Flohmarkstand

Ausgefuchste Käufer lassen sich gern Adresse und Telefonnummer eines Händlers geben, für dessen Antiquitäten sie sich interessieren. Dazu vermerken sie sich den geforderten Preis. Dann rufen sie einen Tag später beim Händler an, fragen, ob das Stück noch zu haben ist. Bejaht der Händler diese Frage, dann fragt der Anrufer: "Wir sprachen ja über einen Preis von..." (dieser wird natürlich niedriger genannt, als er tatsächlich war) und bekundet sein Interesse an einem Kauf. Da der Händler auf der Ware sitzengeblieben ist, akzeptiert er meist den genannten Preis. Stellt er aber den Preis als falsch hin, dann kann es der Käufer mit dem Trick versuchen, zu sagen, dass er mit diesem (niedrigeren) Preis gerechnet und auch im Hinblick darauf angerufen hätte. Er wäre andernfalls nicht interessiert. Oft geht der Händler dann zähneknirschend auf den (gedrückten) Preis ein, um die Ware doch noch zu verkaufen.

Das Warten bewährt sich auch bei größeren Stücken. Man muss es nicht gleich mit dem Trick des Anrufens am nächsten Tag versuchen. Es genügt, besonders bei großen Möbelstücken, oft bis zum Abend zu warten. Hat der Händler bis dahin seine Ware noch nicht verkauft, muss er sie wieder auf seinen Wagen hieven und ein "Transportunternehmen" starten. Wer den ganzen Tag - oft dazu bei Wind und Wetter - seine Antiquität wie sauer Bier anbot, der hat am Abend wenig Lust, das Stück wieder nach Hause zu "schleppen" und womöglich beim nächsten Trödelmarkt wieder anzutreten. Angesichts des Last- und Transportproblems wird mancher Händler weich, wenn man mit ihm kurz vor "Toresschluss" zu handeln beginnt. Einige Bauernschränke haben auf diese Weise schon den Besitzer gewechselt - zu Konditionen, die der Käufer erträumt, der Verkäufer aber nie wahrhaben wollte.

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