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Emailleschilder sammeln - Tipps und Tricks für Emailleschilder - Sammler

Auf den folgenden Seiten finden Emailleschilder-Sammler Tipps und Tricks für Emailleschilder - Sammler zum Thema Emailleschilder sammeln.

 

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Grundsätzliche Kriterien für die Preisbestimmung

Da die Gruppe der Interessenten kontinuierlich wächst, führt dies zu beständigen Preissteigerungen, Es gab und gibt zwar immer wieder Schwankungen, aber eine allgemeine Wertsteigerung, die von der breiten Sammlerschicht getragen wird, lässt sich nicht leugnen.

Wien entsteht denn eigentlich der Preis für ein Emailschild und wer kann auf dem Markt die Preisbildung beeinflussen?

Alle Preise werden natürlich vorrangig durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Ein schönes, gut erhaltenes Schild, das sehr selten ist, kann daher nur teuer sein.

Wichtig sind folgende Kriterien:

  • Der Erhaltungszustand
    Die meisten Schilder sind beschädigt. Ein perfekt erhaltenes ist daher um so höher einzuschätzen.

  • Die Bekanntheit des Produktes
    Natürlich spielt auch sie eine wichtige Rolle, da Schilder mit populären Produkten wie Maggi, Persil oder Opel erfahrungsgemäß eher gesammelt werden als Produkte, die so klingende Namen tragen wie "Fürstl. Quadt - Isny'sche Schlossbrauerei", die aber niemand kennt.

    DAPOL Hackerbräu Grand Prix Suisse

  • Sprachliche Herkunft
    Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass ein Schild in ungarischer oder tschechischer Sprache bei uns nur geringe Chancen hat, auf dem freien Markt zu reüssieren. Da in diesen Ländern die Nachfrage noch sehr gering ist, werden solche Schilder derzeit fast gänzlich vom deutschsprachigen Markt aufgekauft, aber zu Preisen, die weit unter dem eigentlichen Wert liegen. Eine Investition in das eine oder andere gut erhaltene Schild aus diesen Ländern kann nicht schaden.

  • Alter und Ausführung eines Emailschildes
    Diese Komponenten spielen bei der Preisbildung eine wesentliche Rolle. Die ersten Schilder wurden um 1890 produziert. Grundsätzlich verhält es sich so, das die frühen Schilder in hervorragender handwerklicher Fertigkeit und in meist geringen Auflagen produziert wurden. Sie sind oft auf gusseisernem, schweren Trägermaterial ausgeführt, die Emaillierung zeigt sich vielfach in hohem, deutlich spürbaren Relief. Oft sind auch Einrahmungen des Bildes, Einfassungen der Buchstaben oder sogar Teile des Motivs handgemalt. All dies sind Eigenschaften, die ein Schild zusätzlich zu einer Wertsteigerung verhelfen können.

  • Das Motiv
    Wert steigernd wirkt sich aus, wenn der Entwurf von einem bekannten Künstler stammt, das Schild signiert ist oder in der jeweiligen Fachliteratur der jeweiligen Zeit Erwähnung gefunden hat.

  • Die Seltenheit
    Sie ist zu einer tragenden Säulen in der Preisbildung geworden. Der Vermerk "Einziges bekanntes Exemplar" lässt Sammlerherzen schnell höher schlagen, obwohl er keinerlei Gewährleistung darstellt. Schon morgen kann sich ein seltenes Schild in ein sogenanntes "Postenschild" verwandeln, wenn beispielsweise auf einem Dachboden oder in einem alten Lager ein Restbestand aus einem Werbebüro oder aus dem Fundus eines Vertreters aufgefunden wird. Allein auf die Seltenheit zu setzen, kann daher gefährlich sein, ein Tipp aber kann auch hier ein wenig helfen: Von bekannten großen Marken wurden in der Vergangenheit seltener umfangreiche Posten entdeckt als von kleinen, unbedeutenden Herstellern. Die Schilder von renommierten Firmen wurden damals meist in kurzer Zeit vollständig verteilt, da schon zu dieser Zeit ein enormer Bedarf an Werbematerialien bestand.

  • Die Fertigungsqualität
    Tatsächlich spielt auch die Fertigungsqualität eines einzelnen Schildes bei dessen Wertbestimmung eine entscheidende Rolle. Sogenannte Emaillierfehler wie "Pusteln" (Blasen) oder "Fischschuppen" (halbmondförmige Absplitterungen) können in den Augen eines Kenners eine wesentliche Wertminderung darstellen. Vor allem aber zählt die jeweilige drucktechnische Umsetzung der Vorlage zum eigentlichen Emailplakat. Da dies eine besondere Kunst war und man den entsprechend hohen, notwendigen Aufwand nicht immer betreiben konnte, zeigen sich unterschiedliche optische Fertigungsqualitäten.

    Gerade im Bereich der Lithographie bestehen gewaltige Unterschiede in der Bildschärfe, der Farbechtheit und Abstimmung der Farben untereinander (Harmonie) beziehungsweise im Aufbau der Halbtonnuancen bezogen auf das jeweilige Gesamtbild. Wenn hier ein Farbton an Intensität überwiegt, weil beispielsweise zuviel Dekor-Email aufgetragen wurde, bekommt das ganze Motiv einen sogenannten "Stich" in die jeweilige Farbrichtung. Da alle Schilder in handarbeit gefertigt wurden, kann dies gerade bei Stücken aus derselben Serie, die also optisch identisch sein müssten, der Fall sein. Jedenfalls kann es auch hier durchaus von Nutzen sein, einzelne Schilder, die der gleichen Serie entstammen, miteinander zu vergleichen.

Bemerkenswert ist schließlich der Umstand, dass sich im sensiblen Bereich der Preisbestimmung die sogenannten "Preisführer" häufig als gänzlich irreführend herausstellen. Sie enthalten sehr oft falsche Informationen, da sie sich in erster Linie an den Verkaufslisten verschiedener Händler orientieren. So spiegeln sie teilweise ein verzehrtes Preisbild wider, das nur selten der Realität entspricht.

Persil Enver Bey PEZ

Die Werteinschätzung eines Schildes wird im Verhältnis zu seinem Erhaltungszustand vereinheitlicht, was vor allem im Bereich der Spitzenstücke grober Unfug ist. Zum einen kann der Verkäufer getäuscht werden, weil er - diese vereinfachte Anleitung befolgend - ein wirklich perfekt erhaltenes Stück in der Regel unter seinem wert abgeben würde, zum zweiten erliegt der Sammler der Illusion, ein Schild in makellosem Zustand sei generell um etwa 20 % teurer als eines in Zustand 2. Bei manchen Emailleschildern macht aber gerade dieser "kleine" Unterschied bis zu 100 % Preissteigerung und mehr aus!

Jeder angehende Sammler sollte sich die oben aufgezählten Grundsätze (vor allem den Erhaltungszustand des betreffenden Exponates betreffend) dringend einprägen. Nur so kann man bei einem Emailschild überhaupt eine Wertkonservierung im weitesten Sinne erzielen.

Quelle:
Emailleschilder und alte Reklame
von Susanne und Alexander M. Zacke

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