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Bügeleisen sammeln - Einführung und Kurzinformation

Auf den folgenden Seiten finden Bügeleisen-Sammler eine Einführung und Kurzinformation zum Thema Bügeleisen sammeln.

Bilder mit freundlicher Genehmigung von Astrid und Gerald Illig

Bullaugeneisen, Griffstützen in Form von Fabeltieren Deutschland 20.Jh.

Ein altes Bügeleisen

Hinweise von google
Hinweise von google
Bullaugeneisen, Griffstützen in Form von Fabeltieren Deutschland 20.Jh. Thomas Mann, der 1875 geboren wurde, hat geschrieben: "Die Bügelfalte der Herrenhose - in meiner Kindheit gab es sie noch nicht, dann aber bald, und ich kann ihre erste literarische Dokumentierung nachweisen.

In Tolstois Spätroman "Auferstehung", als Nechludoff, der den Transport seiner ehemaligen Geliebten nach Sibirien begleitet hat, sich im Gasthof der Gouvernementstadt wieder in zivilisierten Zustand bringt, da legt er ein gestärktes Hemd an und "Hosen mit Falten vom Liegen". Vom Glattliegen der Hosen auf dem Stuhl also kamen ursprünglich die Falten, das Bügeleisen zog sie dann nach."

Die Bügelfalte in der Hose ist also noch keine hundert Jahre als. Das Bügel- oder Plätteisen jedoch schon sehr viel älter. In Konversationslexika des 18. Jahrhunderts wird es ausführlich beschrieben, und zwar vorzugsweise der mit Bolzeneisen zu bezeichnende Typ.

In Frankreich jedoch soll es Bügeleisen bereits im 11. Jahrhundert gegeben haben, die frühesten erhaltenen Beispiele jedoch, die man gelegentlich auch noch im Antiquitätenhandel auftreiben kann, stammen aus dem 17. Jahrhundert.

Ein Bolzeneisen besteht aus einem vorn wie ein Schiff zulaufenden flachen Hohlkörper, der unten platt ist und nach hinten gerade abgeschnitten. Hier befindet sich eine Öffnung, in die der genau dem Innenraum angepasste Bolzen hineingeschoben werden kann. Er besteht aus Eisen und wurde früher in das glühende Herdfeuer gelegt. Wenn er dann selbst glühte, wurde er mit einem Feuerhaken in das Eisen hineingeschoben. Dieses wurde mit seinem hölzernen Handgriff im Prinzip genau so hantiert wie ein heutiges modernes Elektro-Bügeleisen. Bolzeneisen aus Messing Deutschland 19. Jahrhundert
Die einfachen Bolzenbügeleisen hatten Körper aus Eisen, die etwas wertvolleren aus Bronze, die ganz kostbaren waren zum Teil reich mit eingravierten Ornamenten verziert. Wenn sie noch aus dem 18. Jahrhundert stammen, sind derartige schön dekorierten Stücke heute viele hundert Mark wert.

Es gibt sie auch aus Eisen mit aufgelegter Messingplatte, die dann meist fein mit Durchbruch- und Graviertechnik ornamental verziert ist. Aber auch ein Bronze-Bolzeneisen mit sparsamem Biedermeierdekor aus dem 19. Jahrhundert ist heute schon nicht mehr billig.

Unter hundert Mark kosten eigentlich nur noch die meist vom Ende des letzten Jahrhunderts stammenden einfachen Stelleisen, die aus einem massiven Eisenkörper bestehen und entweder auf der Herdplatte, später auf der Gasflamme erwärmt wurden.

Auch die Holzkohleeisen, die aus Eisen bestehen und einen aufklappbaren Deckel haben, sind noch relativ preiswert, wenn sie jünger als hundert Jahre sind. In ein solches Eisen tat man glühende Holzkohlen hinein; der Körper hat Löcher, damit die Kohlen genügend Luft bekamen, um nicht zu verlöschen. In gewissen Zeitabständen wurde das Eisen geschwenkt und so die Glut der Kohlen im Luftzug wieder angefacht. Merkwürdigerweise werden diese Eisen, die wahrscheinlich im 18. Jahrhundert in Frankreich aufgekommen sind, heute am meisten gesammelt. Viele Leute stellen sie mit aufgeklapptem Deckel auf die Fensterbank und pflanzen Blumen hinein.

Zu den alten Bügeleisen gehörten fast stets auch passende Untersätze, die bei den verzierten Messingeisen meist ähnlichen Dekor wie diese hatten.

Die ersten elektrischen Bügeleisen, die in ihrer Form und auch in ihrem Material, Bronze, sehr den Bolzeneisen des 19. Jahrhunderts ähneln, gab es bereits um 1890. Die ältesten und schönsten Exemplare dieser Art befinden sich im Deutschen Museum in München.

Ältere Bügeleisen sind dagegen auch heute noch relativ selten in Museen zu finden; Ausnahmen sind die Sammlungen von Arbeitsgeräten im Schleswig-Holsteinischen Landesmuseum in Schleswig und das Sundgau-Museum im elsässischen Altkirch in Frankreich. Weitere Museen und Privatsammlungen finden Sie in unserer Museen-Liste.

Und natürlich gibt es auch einige Vereine, bei denen ratsuchende Bügeleisen-Fans vielfältige Hilfe erhalten können.

aus "Sammeln macht Spaß" von Hans Jürgen Hansen
(nur noch antiquarisch erhältlich)

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