![]() |
A-Z |
Anzeige aufgeben
|
Flohmarkt |
Forum |
Neu |
News |
Newsletter |
Sammelgebiete |
Sammler |
Sitemap |
Suchen |
Termine
|
|
Automotivmarken - Briefmarken mit Autos und VerkehrsmotivenDieser einführende Artikel aus dem Jahr 1959 behandelt speziell das Sammeln von Briefmarken mit Auto- und Verkehrsmotiven. |
Schweizer Briefmarke aus den 50er-Jahren mit Postbus |
Hinweise von google
|
|
Hinweise von google
|
|
Automobile und Verkehrsmotive auf Briefmarken
„Heinz, hast du den Straßenkreuzer gesehen?" „Ja klar, das war 'ne Schau." Die beiden Klassenkameraden kamen gerade aus der Schule und waren nun auf dem Heimweg. Sie unterhielten sich über die neuesten Modelle der Kraftfahrzeuge. An einer Straßenkreuzung mussten sie warten. Die Signallampe zeigte Rot. „Du, Heinz, da habe ich übrigens eine merkwürdige Briefmarke aus Italien." Michael kramte in seiner Brieftasche, zog ein Tütchen mit Briefmarken hervor und zeigte seinem Freunde Heinz die schmalhohe Ausgabe der Italienischen Postverwaltung zu 25 Lire.
![]() „Seid vorsichtig auf der Straße!" mahnt die Marke, die beiden dadurch auffiel, dass das rote Licht, nicht wie bei uns oben brennt, sondern unten im Kreise leuchtet. „Ich habe schon eine ganze Reihe Briefmarken mit Autos darauf", erklärte Michael voller Besitzerstolz. Wir wollen ihm das gerne glauben. Es mag heute an 300 Briefmarken geben, in allen Erdteilen, die Kraftfahrzeuge im bunten Bild wiedergeben. Das ist eine sehr lehrreiche Schau, auch über die Entwicklung des Kraftfahrzeugs. Die Schöpfer des Kraftfahrzeuges sind die Deutschen Benz und Daimler. Man findet ihre Porträts auf deutschen Briefmarken, aber heute wollen wir uns nicht über solche Bildnisse von Erfindern unterhalten. Auf der 6+4-Pf-Marke Deutsches Reich in der Werbeserie mit drei Werten für die Internationale Automobil- und Motorradausstellung im Februar/März des Jahres 1939 ehrte man auch das Werk von Benz und Daimler. Diese Marken bedruckte man einige Monate später noch mit dem Zusatz „Nürburgring-Rennen" für das bekannte Rennen.
![]() Das war eine sehr späte Ehrung für die Erfinder des Automobils. In den Vereinigten Staaten von Amerika gab man schon 1901 eine 4-Cent-Marke mit einem Elektromobil heraus, und Bosnien-Herzegowina zeigte auf einer 50-Heller-Briefmarke einen Lastkraftwagen im typischen Baustil des Jahres 1906. Im Rahmen der gleichen deutschen Serie von 1939 wurden auch die „Silberpfeile" von Daimler-Benz abgebildet, im Wettbewerb aber mit dem Rennwagen der „Auto-Union". Sodann trifft man auf der 25-Pf-Marke einen heute besonders bekannten Wagen an: die erste Ausgabe des VW, des Volkswagens. Damals, vor 20 Jahren, sollte diese Briefmarke für den neuen Kraftfahrzeugtyp werben, der sich nach dem Kriege so überaus erfolgreich in allen Ländern bewährt hat. Welch eine dramatische Spanne der fahrzeugtechnischen Entwicklung spiegelt sich allein in diesen drei deutschen Postwertzeichen wider! Im 15-Stundenkilometer-Tempo begann es vor 7 Jahrzehnten, das Zeitalter des Kraftwagens. Und heute jagt man in einer Geschwindigkeit von mehreren hundert Stundenkilometern dahin! Die Beanspruchung des Menschen ist dabei gestiegen. Welche Anstrengungen Geländefahrten bedeuten, wussten schon der 12-Pf-Wert der Sonderausgabe für den Kameradschaftsblock der Deutschen Reichspost 1939 und der 1941 geänderte Wert überzeugend darzustellen. Es ist für einen Sammler leicht, wenigstens die Grundtypen von Kraftfahrzeugen, auch die in anderen Ländern, zusammenzustellen. Er wird dabei an Marken der Sowjetunion ebensowenig vorübergehen wollen wie an amerikanischen Ausgaben. Begnügen wir uns mit einem Hinweis auf Jugoslawien. Es brachte am 3.9.1939 eine Wohltätigkeitsausgabe zur I. Internationalen Kraftfahrzeugausstellung heraus. Von den vier Marken dieser Ausgabe waren allein zwei deutschen Erzeugnissen gewidmet! Auf der l-H-Dinar-Marke sah man den Rennwagen der Auto-Union, während der höchste Wert zu 2+2 Dinar den Mercedes-Rennwagen wiedergab. 1953 wurde in Belgrad und Opatija ein Auto- und Motorradrennen durchgeführt. Die 15-Dinar-Marke war der gleichzeitig stattfindenden II. Adriatischen und Alpinen Rallye gewidmet. Sie zeigt einen Pkw, im Hintergrund den Lowcen-Berg in Montenegro. Die 70-Dinar-Marke, die wir gleichfalls abbilden, bringt einen Pkw auf einer Bergstraße. Im Hintergrunde ist der höchste Berg Jugoslawiens, der Triglav, zu sehen. Schließlich sei auch die 50-Dinar-Marke abgebildet, die einen Sportwagen und einen Motorradfahrer vor dem Hintergrunde Belgrads zeigt. Das Flaggenband gibt die Internationalität der Veranstaltung wieder. Da wir gerade bei Rennen sind, noch kurz der Hinweis, dass Monte Carlo seine Rallye ebenfalls häufig in Postwertzeichen ehrte, wie andererseits Italien seine berühmte „Miglia" in das Markenfeld zauberte. Schnelligkeitswettbewerbe, Zuverlässigkeitsprüfungen und Sternfahrten haben vielfachen Ausdruck auch auf Postwertzeichen gefunden.
![]() Das gilt nicht minder für Lastkraftwagen und Omnibusse. Diesen heute so wichtig gewordenen Verkehrsmitteln begegnen wir sowohl im hohen Norden als auch im tropischen Klima. Das machen die finnische Briefmarke und die Marke aus (Spanisch-)Marokko als Beispiele genügend deutlich. Dieses Motiv ließ sich auch die Ungarische Post nicht entgehen. Während man hier mehr in fotografischer Treue arbeitete, hat die Schweiz in einer grafisch vornehmen Haltung den Postautobus herausgebracht. Zum Schluss der Betrachtung über Kraftfahrzeuge und Briefmarken soll aber eine Lösung nicht unerwähnt bleiben, die schon vielen Philatelisten Freude gebracht hat: das fahrbare Postamt, oder, wie es in der Schweiz heißt, das „Automobil-Postbureau". Man kennt solche Ämter auch bei der Deutschen Bundespost seit langen Jahren und hat gute Erfahrungen mit ihnen als Aushilfsdienststellen bei Ausstellungen oder festlichen Veranstaltungen auf großen Plätzen oder in Versammlungshallen gemacht. Oft werden besondere Stempel geführt, die manche Sammler sehr interessieren. Die schweizerische Post-, Telefon- und Telegrafenverwaltung (PTT) setzte das erste motorisierte Postamt vor gut 20 Jahren ein, und zwar anlässlich des Internationalen Automobil-Salons vom 12. bis 31. März 1937 im „Palais des Expositions" in Genf. So wie in Deutschland, wo übrigens die Deutsche Bundespost zur Erinnerung an die erste Kraftpost vor 50 Jahren 1955 eine Gedenkmarke mit einem Kraftomnibus aus dem Jahre 1906 auflegte, hat man auch in der Schweiz sehr gute Erfahrungen mit den fahrbaren Postämtern gemacht.
Der Appell: „Verhütet Verkehrsunfälle!" gilt für jeden von uns, ob er nun Fußgänger oder Radfahrer ist oder ob er am Steuer eines Kraftwagens sitzt.
Dr. F. W. Gerhard Schmidt |