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Anzeigen sind Mitteilungen von Ereignissen, Bedürfnissen oder Verfügungen an einen größeren Publikumskreis. Sie setzen daher die Erfindung des Buchdrucks voraus. Für den Charakter der Anzeige ist es aber gleichgültig, ob sie in Einzelblättern hergestellt und beispielsweise als Einladung mit der Post verschickt, oder ob sie in Büchern oder periodisch erscheinenden Druckwerken (Zeitschriften oder Zeitungen) als Annonce oder Inserat veröffentlicht wird. Der Unterschied liegt nur in der Verbreitung.
Inhalt der Anzeigen ist so vielfältig wie das Leben selbst. Als große Gruppen unterscheidet man Geschäftsanzeigen (Lokaleröffnungen, Praxisverlegungen, Realitäten- und Immobilienhandel usw.), Familienanzeigen (Heiratswünsche, Geburten, Verlobungen, Hochzeiten, Todesfälle) und amtliche Anzeigen (Straßensperren, Stellenausschreibungen, Zwangsversteigerungen usw.).
Für die Herstellung der Druckformen werden eigene Setzer ausgebildet, die den Anzeigen- oder Akzidenzsatz mit zahlreichen Titel- und Zierschriften, oft auch mit Ornamenten und Bildern beherrschen. Im Zeitungswesen ist der Inseratenteil der Verantwortung der Schriftleitung entzogen.
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Die ältesten Anzeigen waren Nachrichten von Ereignissen, die „Zeyttungen". Schon im 15. Jh. finden sich Anzeigen von Büchern. Im 16. Jh. erschienen in den „Ordinari-Zeitungen" vereinzelt auch geschäftliche Mitteilungen, obwohl die Zeitungen und Zeitschriften damals und auch später keine Anzeigen brachten.
| Der Anzeigenverkehr lief über die sogenannten Adresskomptoire (Intelligenzkomptoire), die es in jeder Stadt gab und in denen man seine Wünsche und Angebote in Listen eintragen konnte.
Seit Beginn des 18. Jh. wurden diese Listen gedruckt, und es entstanden eigene „Frag- und Kundschaftsblätter", die von staatlichen Stellen herausgegeben wurden. Die Pressefreiheit des Jahres 1848 nahm den Intelligenzkomptoiren und ihren Blättern die Monopolstellung. Sie fristeten als Privatunternehmen nur noch kurze Zeit ein kärgliches Leben. Der Name des englischen Geheimdienstes „Intelligence Service" erinnert übrigens noch an diese Zeit. |
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Das Sammeln von Annoncen kann zunächst ein kurioses Vergnügen sein. Die Anzeige gibt aber im einzelnen wie in ihrer Gesamtheit, in ihrer Sprache und in ihrer Gestaltung ein getreues und interessantes Bild der Zeit und der wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung. Da das Moment der Aktualität wegfällt, kann man zum
Sammeln der Inserate Zeitungen auch als Makulatur, die ja sehr billig ist, kaufen. Der Umfang des Materials wird den Sammler zur Spezialisierung zwingen.
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Als ergiebiges Einzelgebiet sei dabei auf die Parten und Partezettel (Todesanzeigen => siehe eigenes Sammelgebiet) verwiesen, die nach verschiedenen Gesichtspunkten — Berühmtheiten, Katastrophen usw. — zusammengestellt werden können. Ein Rat ist dem Anzeigensammler zu geben: niemals kleben, denn damit ist die Anzeige an einen Ort gebannt. Man verwahrt sie in Mappen, am besten Flügelmappen, denen Material, dem Gegenstand entsprechend, beliebig zugeordnet und entnommen werden kann. |
Quelle:
Franz Hadamowsky: Kleines Lexikon des Sammelns,
Residenz Verlag, Salzburg 1965
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