| Antiquitäten
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Mit dem Sammelbegriff Antiquitäten bezeichnet man
keineswegs nur Gegenstände aus der Antike in historischem Sinne; für
diese hat sich eher das Wort (römische, griechische und andere)
Altertümer eingebürgert. Als antik gelten vielmehr jene Stücke, die
mindestens 100 Jahre sind.
Früher lag die Grenze ungefähr bei 1800, heute wollen sie manche Sammler schon mit 1900 festlegen. Außer Erzeugnissen der Technik können so gut wie alle alten Dinge Antiquitäten sein, sogar Naturprodukte, wenn wir beispielsweise an Trinkhörner oder die einst hochgeschätzten Narwalzähne, das Hörn des Einhorns der Sage, denken.
Der wohlorganisierte und ausgedehnte Antiquitätenhandel bietet daher den immer zahlreicher werdenden Käufern eine unendliche Vielfalt von antiker Ware an. Kunstauktionen, auf denen vor allem Antiquitäten ausgerufen werden, sind in größeren Städten häufig.
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Den besten Überblick über das Angebot auf dem mitteleuropäischen Antiquitätenmarkt gewährt alljährlich im Herbst die Deutsche Antiquitätenmesse (heute: Deutsche Kunst- und Antiquitätenmesse) im Münchner „Haus der Kunst". Eine ähnliche, wenn auch kleinere Veranstaltung ist die ebenfalls alljährlich in einem Hotel in Bern abgehaltene „Schweizerische Kunst- und Antiquitäten-Messe" (die heute nicht mehr stattfindet).
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Die ständig steigende Nachfrage finanzkräftiger Kunden, die zu Zeiten eines ungewöhnlichen wirtschaftlichen Wohlstandes selten als Sammler zu bezeichnen sind, hat die Preise allerdings stark in die Höhe getrieben. Kenner werden an jeden Kauf mit größter Vorsicht herangehen. Die Konjunktur in Antiquitäten hat es leider auch mit sich gebracht,
dass dunkle Elemente und gewissenlose Betrüger immer wieder ihre Opfer finden. Um der Nachfrage zu entsprechen, unternehmen verbrecherische „Händler" sogar
wohlgeplante Raubzüge in ländliche Kirchen und Kapellen oder versuchen gutgläubigen Pfarrherren und Bauern die begehrte Beute abzulisten.
Aus dem Bereich der Antiquitäten kommen für den Sammler vor allem in Betracht: Möbel aller Art, wie Kästen, Truhen und Sessel; Plastiken aus Holz und Stein; Hausrat wie Spinnräder, Zinngeschirr, Fayencen, Gläser, Porzellan, Teppiche und Uhren; Bücher, darunter besonders Bibeln, Atlanten und Kochbücher; Handschriften, Drucke, Kupferstiche und Landkarten; Schmuck und kunstgewerbliche Arbeiten; Münzen, Medaillen und Medaillons; Waffen, Rüstungen und Wappen (Wappenscheiben).
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Quelle:
Franz Hadamowsky: Kleines Lexikon des Sammelns
Residenz Verlag, Salzburg 1965 |
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