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Gemalte Religiosität
Sie sind besonders aus katholischen Gebieten bekannt: die Andachtsbilder, mit denen man früher Gebetsbücher schmückte und die auch heute noch zum Teil verteilt werden.
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In der Schule bekam und bekommt man sie für gute Noten, und in den Kirchen wurden sie früher verkauft oder bei Spendenkollekten verteilt. Unter diese Kategorie fallen auch die Wallfahrtsbilder, die sozusagen als Beweis der Teilnahme an oft sehr strapaziösen Wallfahrten verteilt wurden.
Die Entstehungsgeschichte ist nicht genau bekannt; wahrscheinlich hatten die Andachtsbilder ihren Ursprung in Frauenklöstern, wo sie als Gebetsbucheinlage auf Pergament oder Papier gemalt wurden.
Ihre Entstehung dürfte so um das 14. Jahrhundert zu datieren sein. Die Handbemalung wurde später durch den Bilddruck abgelöst. Dabei ging zum Teil die Ursprünglichkeit der Malerei verloren. |
Beim Druck beschränkte man sich hauptsächlich auf bereits vorhandene Motive religiöser Darstellungen. Allerdings erkannten auch Künstler jener Zeit die Chance, mit dem Malen von Andachtsbildern Geld zu verdienen. Es wurde sogar behauptet, dass Dürer manches Motiv im Hinblick auf eine Verwertung durch die damals schon blühende Andachtsbilder-Industrie gemalt hat.
| Auch die Kirche hat sich später der Andachtsbilder angenommen. Man erkannte sehr schnell, hier ein Medium zu besitzen, das den Glauben sozusagen optisch zu verbreiten imstande war.
Im 16. Jahrhundert konzentrierte sich dann die Produktion von Andachtsbildern auf den Raum von Antwerpen, von wo aus die Massenware über ganz Europa verbreitet wurde.
Die Antwerpener pflegten noch stark den Stil der Blumenmotive, wobei die Heiligen von Blumen umgeben waren oder aus Blumen herauswuchsen.
Im 17. und 18. Jahrhundert war dann Augsburg ein Zentrum für die Produktion von Heiligenbildern. Die Produktion aus Augsburg weist schon Elemente des Rokoko auf. Im 19. Jahrhundert arteten dann die Heiligenbilder in alle Stilrichtungen aus, wobei vom Standpunkt des heutigen Kunstverständnisses auch manches unter "Kitsch" einzuordnen war.
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Vom Rokoko beeinflusst waren die Spitzenbilder, die als besondere Art der Andachtsbilder zu betrachten sind. Es gehörte viel handwerkliche Fähigkeit dazu, sie mit Feder, Messer und Schere herzustellen.
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In Holland verstand man sich im 17. Jahrhundert sehr gut auf dieses Kunsthandwerk. Später auch in Deutschland.
Viele Spitzenbilder entstanden in Klöstern, wo sich Nonnen dieses Handwerks annahmen. Oft sind Medaillons mit einem Heiligenbild von hauchzarten Spitzen umgeben. Besonders schön sind Spitzenbilder, die
koloriert wurden.
Stark ausgeprägt war übrigens die Kunst der Herstellung von Spitzenbildern in Österreich, der Schweiz und Süddeutschland.
Aber auch in anderen überwiegend katholischen Gegenden wie Belgien, Elsass, Böhmen und dem südlichen Teil Hollands war diese feine Handwerkskunst besonders stark ausgeprägt.
Die aufwendige Herstellung des Schneidens löste Ende des 18. Jahrhunderts eine weniger arbeitsintensive Technik ab: der Nadelstich.
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Jetzt wurden die Ornamente nicht mehr in aufwendiger Kleinarbeit mit Feder, Messer und Schere geschnitten, sondern der Spitzencharakter mit Hunderten von Nadelsticken erzielt.
Aus "Trödel, Raritäten, Kuriositäten sammeln"
von Christine und Richard Kerler (nur noch antiquarisch erhältlich)
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