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Aber auch wenn es schon möglich war, aktuelle Ereignisse im Bild festzuhalten, so gab es kaum Mittel, diese Bilddokumente weiter zu kommunizieren.
Die Bildpostkarte übernahm hier eine entscheidende Rolle. Ein Ereignis, aber auch ein Unglücksfall - was in der Heimat stattfand, wurde oft zum Motiv einer Bildpostkarte. So konnte man Freunden und Bekannten darüber berichten.
Bei der hier beschriebenen Art von Bildpostkarten handelt es sich also um wahre Zeitdokumente. Dies haben auch etliche Sammler erkannt - die Preise für solche Karten sind in letzter Zeit stark gestiegen.
Gefragt sind momentan besonders Karten des Titanic-Untergangs. Hierzu hat der Film seinen nicht unerheblichen Teil beigetragen.
Ein weiteres beliebtes Sammelgebiet sind die "Kitschpostkarten", wobei die Grenze
z.B. zu Kunstkarten selbstverständlich sehr fließend ist.
Betrachtet man heute viele Karten aus Urlaubsgebieten, so kann man auch dort bei vielen von Kitsch sprechen. Ein typisches Beispiel für Kitschpostkarten aus früherer Zeit: ein dicker Mann mit Monokel sitzt in einem Café-Garten vor einer grazilen, hübschen jungen Dame. Darunter die Zeile: "Herzliche Grüße vom Café Hofgarten".
Ein weiteres Beispiel: Über Münchens Verkehrsknotenpunkt, den
Stachus, fährt die Kutsche des Königs. Über der Kutsche steht eine weiße Wolke, aus der die Köpfe der verstorbenen bayerischen Könige herausschauen.
Das Sammelgebiet der Postkarten ist sehr vielseitig: Heimatmotive, bestickte Karten, mit echtem Frauenhaar beklebte, Weihnachtskarten, Glückwunschkarten und natürlich Ansichtskarten mit Sehenswürdigkeiten aus nah und fern. Und noch immer gibt es Schnäppchen auf den Flohmärkten und Sammlerbörsen. |