Africana - Antiquitäten aus Schwarzafrika
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Die auf diese Weise so belebte Nachfrage nach afrikanischen Antiquitäten hat positive und negative Auswirkungen. Positive, weil das einheimische Kunsthandwerk, vor allem der Holzschnitzer, das eben auszusterben drohte, dadurch eine Wiederbelebung erfuhr, und eine negative, weil die wirklich alten Stücke seitdem enorm im Preise gestiegen sind und die Unterscheidung von neuen Werken, denen oft absichtlich ein abgenutztes, alt wirkendes Aussehen gegeben wird, zumindest für den sammelnden Anfänger oft sehr schwierig ist.
Dennoch stecken in dieser "Touristenkunst" Ansätze zu einer neuen afrikanischen Volkskunst, und wer sich
auf Qualität versteht, sollte sich nicht scheuen, gute derartige, im Preise leicht erschwingliche Stücke zu erwerben.
Gesammelt werden afrikanische Kunstgegenstände erst seit dem Ende des letzten Jahrhunderts, seit kubistische und expressionistische Künstler den ästhetischen Reiz ihres Ausdrucks und ihrer exotischen Formen zu schätzen begannen. Vor dieser Zeit gelangten sie mehr oder weniger nur als ethnographische Belege in die völkerkundlichen Museen Europas und Amerikas.
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| Die meisten dieser Holzfiguren und Masken, die fast ausnahmslos magische und kultische Funktionen hatten, stammen aus den am dichtesten bevölkerten Ländern Schwarzafrikas an der Westküste, der ehemaligen Sklaven- und Goldküste, bis südlich zum Kongo.
Eine Besonderheit waren die gegossenen Bronzefiguren von Benin im heutigen Nigeria, die nur ganz selten noch im Handel oder auf Auktionen vorkommen und dann meist viele tausend Mark kosten, andererseits aber auch von heutigen Künstlern in alter Technik und traditionellen Formen neu gegossen werden.
Natürlich sind diese Neugüsse keine Antiquitäten, sondern eher modernes eingeborenes Kunsthandwerk.
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Solche Goldgewichte in Gestalt menschlicher Figuren sind seltener und kosten, wenn sie echt sind, viele
Hunderte, oft auch Tausende von Mark. Kein Wunder deshalb, dass sie heute häufig nachgegossen werden und man vor Fälschungen auf der Hut sein muss.
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Von den vielen Arten hölzerner Gesichtsmasken und geschnitzter Figuren der westafrikanischen Stämme lohnt sich vielleicht am ehesten noch, wenn man einiges Geld dafür erübrigen kann, das Sammeln von Zwillingsfiguren des
Yoruba- Volkes.
Bei ihm war es Sitte, dass die Mutter eines gestorbenen Zwillingskindes eine kleine Holzfigur mit sich herumtrug, um dadurch nach altem Stammesglauben das noch lebende Kind vor gleichem Schicksal zu schützen.
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Diese Zwillingsfiguren wurden gepflegt, gewaschen, gefüttert, wie es Puppenmütter mit ihren Puppen tun. Echte Stücke haben deshalb entsprechende Gebrauchsspuren und lassen sich relativ leicht von Nachahmungen unterscheiden. Es gibt sie noch immer in beträchtlicher Zahl. Etliche hundert Mark allerdings kosten sie mindestens.
aus "Sammeln macht Spaß"
von Hans Jürgen Hansen
(nur noch antiquarisch erhältlich)
Bilder von www.african-sculpture.com
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